Politik baut auf Kreuzfahrten

Trotz der sich massiv abkühlenden Konjunktur und der jüngst vollzogenen Abwertung des Yuan will die chinesische Regierung massiv in den Kreuzfahrttourismus investieren. Wie die staatliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua berichtete, sollen bis zum Jahr 2020 zehn neue Kreuzfahrtterminals gebaut werden. Gleichzeitig hat das Ministerium für Humanressourcen und Sozialabsicherung die Beschäftigten der Volksrepublik ermutigt, Kreuzfahrten als Erholungsreisen zu buchen. Hierzu soll die Urlaubsplanung der Fabriken im Sommer so flexibilisiert werden, dass künftig auch Freitage und die Wochenenden für Kurzreisen und den Beginn von Kreuzfahrten genutzt werden können.

Experten sehen China als den wichtigsten und am stärksten wachsenden Kreuzfahrtmarkt in den kommenden Jahren. Allein in den Jahren zwischen 2012 und 2014 wuchs die Zahl der chinesischen Kreuzfahrttouristen jährlich um 80 Prozent. Im vergangenen Jahr gingen rund 697.000 Chinesen auf einen Cruiser für eine Ferienreise. Das sind so viele wie in allen anderen asiatischen Ländern zusammen (701.000). Marktführer Carnival erwartet 2020 über 4,5 Millionen chinesische Kreuzfahrttouristen pro Jahr.

Mehrere Kreuzfahrtanbieter haben auf diese Entwicklung mit einer Ausweitung des Angebots und einer Verlegung von Schiffen nach China reagiert. Zuletzt hatte Carnival bekannt gegeben, dass sechs Schiffe dauerhaft in chinesische Häfen verlegt werden. pk

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