Zweite Probefahrt der „Norwegian Escape“

Heute wird der jüngste Neubau der Papenburger Meyer Werft, die „Norwegian Escape“, von Bremerhaven aus zu seiner zweiten Probefahrt aufbrechen und dabei Kurs auf Norwegen nehmen.

Erst am Sonntag war das 326 Meter lange und 41,4 Meter breite Schiff von seiner ersten Testfahrt zurückgekehrt. Vor der zweiten Probefahrt, deren Abschluss derzeit für den 4. Oktober terminiert ist, wurde an der Columbuskaje vor allem Proviant geladen. Darüber hinaus übernahm man aber auch acht weitere Rettungsboote des Herstellers Hatecke aus Drochtersen auf der Backbordseite.

Im Anschluss an die zweite Probefahrt erfolgt bis zum 22. Oktober die abschließende Endausrüstung des 4200 Passagiere fassenden Neubaus in Bremerhaven. Dabei müssen alle 2174 Passagierkabinen auf den 18 Decks mit Bettwäsche und Möbeln bestückt werden sowie Geschirr und Lebensmittel an Bord gebracht werden. Die Waren befinden sich bereits größtenteils auf dem Gelände des Cruise-Terminals und sind in Containern beziehungsweise in einem Zelt auf rund 5000 Paletten eingelagert. Da die logistischen Vor aussetzungen am Columbus Cruise Center nahezu ideal sind, lässt die Meyer Werft seit 2010 die Ausrüstung der Neubauten in Bremerhaven statt im niederländischen Eemshaven vornehmen.

Nach der Übergabe der „Norwegian Escape“ an die amerikanische Norwegian Cruise Line und einer Vorstellung des Schiffes in Hamburg am 23. Oktober wird der Neubau ab November von Miami aus zu Sieben-Nächte-Kreuzfahrten in die östliche Karibik unterwegs sein. Als erstes Schiff der so genannten „Breakaway-Plus“-Klasse soll die mit 164.000 BRZ vermessene „Norwegian Escape“ alle Vorteile der bereits in den Jahren 2013 und 2014 abgelieferten „Norwegian Breakaway“ und „Norwe gian Getaway“ in sich vereinen und den Gästen mit zusätzlichen Innovationen noch mehr Unterhaltungs-Möglichkeiten bieten. So gibt es an Bord unter anderem ein Theater mit 800 Sitzplätzen, 15 Restaurants, acht Bars, ein Kino sowie mehrere Wellness-Bereiche.

Die „Norwegian Escape“ verfügt über fünf Scrubber von Green Tech Marine (GTM) und erfüllt mit dieser Technologie die aktuellen Abgasvorschriften in den Emission Control Areas (ECA). Bei den Scrubbern für die MAN-Hauptmaschinen handelt es sich um die weltweit größte Abgasfilteranlage auf einem Schiff. Durch die kompakte Bauweise der modernen Abgasreinigungssysteme konnte der Platzverlust in den Service- und Kabinenbereichen minimiert werden. Anstelle von nur einem Scrubber, der sämtliche Maschinen bedient, setzt GTM mehrere Scrubber geringerer Größe für jeden einzelnen Motor ein. Durch die Maßnahme ist man auch in der Lage, auf eine Schalldämmung zu verzichten.

Bis 2019 wird die Meyer Werft noch drei weitere Neubauten dieser Klasse fertigen. So soll im Frühjahr 2017 die „Norwegian Bliss“ zur Flotte stoßen, während die Premieren von zwei bisher noch namenlosen Schiffen für das Frühjahr 2018 und den Herbst 2019 geplant sind. bre/CE

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