Containermarkt im Gleichgewicht

Niedrige Materialkosten und eine stabile Nachfrage haben die Preise für Container-Equipment auf ein Rekordtief fallen lassen.

Auf diesem Niveau werden die Preise erst mal auch bleiben, schreibt Drewry im aktuellen Container-Marktbericht. Im Juni war der Container-Equipment-Preisindex auf weniger als 1750 Dollar pro CEU (Container Equivalent Unit) gefallen und hatte damit ein neues Zehn-Jahres-Tief erreicht. Der Index war Ende 2012 eingebrochen und stabilisierte sich danach bei 2000 Dollar, bevor er in diesem Jahr abermals stark nachgab.

„Der Rückgang ist vielmehr auf gesunkene Material- und Produktionskosten zurückzuführen als auf Überkapazitäten“, sagte Andrew Foxcroft. Der Drewry-Analyst erwartet, dass der Wert in diesem und dem kommenden Jahr die Marke von 1800 Dollar nicht überschreiten wird. Das weltweite Container-Equipment erreichte Ende 2014 ein Volumen von 37 Millionen TEU.

Drewry geht davon aus, dass der Leasingsektor im Containermarkt auf seinem zuletzt erhöhten Marktanteil bleiben wird – auch dann, wenn die Unternehmen ihre Direkt investitionen in neue Boxen nach mehreren Jahren verhaltener Flottenentwicklung ausdehnen. Die Flotte geleaster Container hatte 2014 um neun Prozent zugelegt – im Vergleich zu einem Wachstum von vier Prozent für Boxen im Eigenbesitz. Drewrys Ausblick für die Containerwirtschaft: Angebot und Nachfrage werden sich in den kommenden Jahren weitgehend im Gleichgewicht halten.

Anders lautet die Prognose für die Containerschifffahrt. Überkapazitäten, schwache Nachfrage und aggressive Preispolitik bedrohen auch für den Rest dieses Jahres die Profitabilität der Linienreeder. Drewry hat den Ausblick vom Jahresbeginn korrigiert: Anstatt eines Gesamtgewinns der Containerreedereien in Höhe von acht Milliarden Dollar erwarten die Analysten jetzt bestenfalls noch eine schwarze Null. Das bedeutet, dass einige Häuser in die roten Zahlen zurückkehren werden. Die einzige Chance, diesen Trend aufzuhalten, seien wesentlich tiefgreifendere Maßnahmen zur Bekämpfung der Überkapazitäten als bisher. Mittlerweile seien alle wichtigen Handelsrouten von dieser Entwicklung betroffen.

Drewry geht davon aus, dass in diesem Jahr die Frachtraten im weltweiten Durchschnitt so stark sinken werden wie seit 2011 nicht mehr. Der Markt werde im zweiten Halbjahr nicht weniger als 129 Schiffe mit Kapazitäten von jeweils mindestens 8000 TEU aufnehmen müssen. Jedes Quartal bringe weitere zehn bis 15 ULCV-Einheiten. „Das Orderbuch ist nun wieder außer Kontrolle geraten, nachdem seit Jahresbeginn 1,14 Millionen TEU hinzugekommen sind“, resümiert Analyst Neil Dekker. fab

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