Gewinn bei Maersk-Reederei bricht ein

Fallende Frachtraten und der niedrige Ölpreis haben den Gewinn des Reederei- und Ölriesen A.P. Moeller-Maersk im zweiten Quartal massiv einbrechen lassen.

Angesichts erheblich gesunkener Frachtraten sank der Nettogewinn zwischen April und Juni im Vergleich zum Vorjahresquartal um 90 Prozent auf 134 Millionen US-Dollar – nach knapp 1,1 Milliarden Dollar im Vorjahresquartal, wie der auch im Ölgeschäft tätige Konzern am Freitag mitteilte. Die Dänen verdienten damit nur etwas mehr als die Hälfte dessen, was Analysten erwartet hatten. Der Umsatz sank von rund 10,5 auf etwas mehr als 8,8 Milliarden Dollar. In der Reedereisparte stehe unter dem Strich ein Fehlbetrag von 151 Millionen Dollar für das zweite Quartal, hatte der Marktführer am Freitagmorgen verkündet. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres stand allein für die Reedereisparte noch ein Gewinn in Höhe von 507 Millionen Dollar in der Konzernbilanz.

Konzernchef Sören Skou, der erst kürzlich seinen im Juni entlassenen Vorgänger ablöste, sprach von einem „unbefriedigenden“ Ergebnis. „Der Grund ist aber klar. Niedrige Preise in nahezu allen unseren Geschäftsfeldern: Frachtraten, Ölpreis, Terminals, Tanker“, sagte Skou weiter.

Allerdings würdigten Investoren, dass die Maersk-Gruppe bei der Kostensenkung gut vorangekommen sei und die Prognose für das Gesamtjahr nicht, wie von einigen befürchtet, kappte. Allerdings reduzierten sowohl die Reedereisparte als auch die Terminalsparte APM ihre Erwartungen an das laufende Geschäftsjahr erheblich.

Bei Maersk trugen laut Konzernchef Skou gesenkte Kosten und „betriebliche Optimierungen“ erheblich dazu bei, die „negativen Marktbedingungen“ abzufedern.

Bei der Maersk Line seien die Kosten auf ein historisches Tief von unter 2000 Dollar pro 40-Fuß-Box gedrückt worden, heißt es. Allerdings lag die durchschnittliche Frachtrate pro FEU in der ersten Jahreshälfte auch nur noch bei 1782 Dollar. Die Transportmenge wuchs von 4,69 auf 5,02 Millionen FEU.

Der operative Gewinn fiel im zweiten Quartal höher aus als erwartet. Doch die Reedereisparte als größter Geschäftsbereich des Konzerns machte einen Verlust in Höhe von 151 Millionen Dollar. Analysten hatten mit einem Minus von lediglich 67 Millionen Dollar gerechnet. Die Kosten in der Sparte seien zwar um 15 Prozent gesenkt worden, sagte Skou. „Aber das reichte nicht, um einen Rückgang von 24 Prozent bei den Frachtraten auszugleichen.“

Die Containerschifffahrt steckt seit acht Jahren in einer tiefen Krise. Sie leidet unter Überkapazitäten und sinkenden Frachtpreisen. Maersk kämpft um seinen Spitzenplatz in der Branche, denn immer mehr Reedereien schließen sich zusammen oder bilden Allianzen, um die Kosten zu drücken. Auch Deutschlands größte Containerreederei Hapag-Lloyd, die im ersten Halbjahr einen Verlust verbuchte, setzt auf diese Strategie. Im Fokus steht dabei der geplante Zusammenschluss mit dem arabischen Rivalen UASC.

Trotz des düsteren Ergebnisses ist Skou zuversichtlich: In der Schifffahrt zeigten sich erste Hoffnungsschimmer durch einen leichten Anstieg der Kurzfrist-Chartern seit März. Auch die Branchenkonsolidierung werde helfen. rtr/sr/pk

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