Millionenschaden im Rostocker Hafen

An der „Jumbo Vision“ liegen Ölsperren, um die Ausbreitung von Ölen versunkener Krane zu verhindern, Foto: Stadt Rostock
Spektakulärer Unfall im Hafen von Rostock: Zwei fabrikneue Mobilkrane vom Typ Liebherr LHM550 stürzten bei der Vorbereitung zum Export mit dem Transportschiff „Jumbo Vision“ (IMO 9153642) ins Wasser und landeten in elf Meter Tiefe auf dem Grund. Jetzt wird mit Hochdruck an einem Bergungskonzept gearbeitet.
Am Freitag gegen 21 Uhr standen die beiden jeweils 439 Tonnen schweren Krane bereits an Deck der „Jumbo Vision“. „Das Unglück ereignete sich dann während der Positionierung an Bord“, erklärte Dietmar Schmidt, Sprecher von Liebherr in Rostock, dem THB. Ersten Informationen zufolge stieß einer der Bordkrane gegen die Mobilkrane. Das 110 Meter lange Schiff bekam Schlagseite und die beiden laut Liebherr jeweils etwa vier Millionen Euro teuren Krane gingen über Bord. Zwei Arbeiter wurden dabei leicht verletzt. Ziel des Transports war nach THB-Informationen Nigeria.
Sofort wurden Ölsperren ausgelegt, um die Umwelt-verschmutzung im Hafen zu reduzieren. Über 7600 Liter Hydrauliköl und 3000 Liter Diesel sollen die Krane verfügen. Nach Schätzung der Wasserschutzpolizei sind etwa 100 Liter ausgetreten, der Großteil wurde durch das Ölwehrschiff „Flunder“ abgesaugt. Spezialisten der Firma Baltic Taucher dichteten die Tankentlüftungen der Krane unter Wasser ab.
Für die 20 Jahre alte „Jumbo Vision“, die mit zwei Bordkranen 800 Tonnen heben kann, wurde ein Auslaufverbot verhängt und das Hafenbecken B für die Schifffahrt gesperrt. „Wir hoffen, dass die Krane so schnell wie möglich geborgen werden können. Das Konzept stimmt das Hafenamt mit einem Bergungsunternehmen ab“, so Schmidt.
„Es wird intensiv an einem Bergungskonzept gearbeitet, aber die Bergung selbst wird wohl erst in einigen Tagen erfolgen können“, sagte Ulrich Kunze, Sprecher der Stadt. 30 Meter vom Kai entfernt liegen die Krane im Wasser. tja
