Neuer Partner für Brunsbüttel

Ideale Lage, reichlich Raum für Entwicklung und konkrete Erdgasabnehmer vor Ort: Das alles bietet der Hafen Brunsbüttel, Foto: Brunsbüttel Ports

Marcel Tijhuis, Foto: Arndt
Das niederländische Energie-Infrastruktur-Unternehmen Gasunie NV und die Brunsbüttel Ports GmbH wollen beim Thema LNG eng zusammenarbeiten.
Das berichtete Marcel Tijhuis, Projektentwickler bei Gasunie, am vergangenen Donnerstag in Brunsbüttel auf einer LNG-Fachtagung. Ein sogenanntes Memorandum of Understanding (MoU) sei zwar bereits vor einigen Monaten unterzeichnet worden. Doch erst jetzt halte man den Zeitpunkt für ideal, um über die Vereinbarung öffentlich zu sprechen. Ein zentrales Anliegen der Kooperation sei es, die Möglichkeiten eines nationalen LNG-Importterminals im Unterelbehafen auszuloten. Das niederländische Unternehmen hat auf diesem Gebiet bereits umfangreiche Erfahrungen. So betreibt es in Rotterdam seit Herbst 2011 den großen LNG-Importterminal „GATE“. Weiterer Partner im Boot ist der niederländische Tanklagerlogistiker Koninklijke Vopak NV, der seinen Stammsitz ebenfalls in Rotterdam hat. Gas unie ist darüber hinaus als möglicher Projektentwickler für den zweiten in den Niederlanden geplanten LNG-Importterminal im Gespräch. Der Standort für diese Anlage wäre Eemshaven. Die Hafenverwaltung Groningen Seaports hatte kürzlich dem THB erklärt, dass ein geeignetes Grundstück für einen solchen Terminal bereits verfügbar sei. Auch hinsichtlich der Genehmigungen könne man sehr flexibel reagieren. Geht es nach Groningen Seaports, dann könnte mit dem Bau eines solchen Terminals schon in zwei Jahren begonnen werden. Für Tijhuis steht ein möglicher Terminal in Eemshaven nicht in Konkurrenz zu einem angedachten LNG-Terminal in Brunsbüttel, für den sich auch die Landesregierung von Schleswig-Holstein nachdrücklich einsetzt. Dass der Industriestandort Deutschland bislang noch über keinen eigenen LNG-Import-Terminal verfügt, ist für den Niederländer „völlig unverständlich“. Dabei würde eine solche Einrichtung dazu beitragen, die heute noch bestehende große Abhängigkeit vom Erdgaslieferanten Russ land deutlich zu verringern. Auch die Niederlande, ein weiterer wichtiger Gasversorger für Deutschland, würden in den kommenden Jahren schrittweise weniger liefern können, da die Gasfelder erschöpft seien und das Land zudem mit Erdbeben konfrontiert werde, die sich direkt aus der Gasförderung ableiten.
Tijhuis berichtete weiter, dass Gasunie sein Engagement auf dem deutschen Erdgasmarkt in Zukunft weiter ausbauen werde. In den kommenden Jahren werde weltweit eine große Menge Erdgas auf den Markt drängen, das allerdings nur über den Seeweg zu den großen Abnehmern, allen voran in Europa, zu transportieren sei. Dafür benötige man auch entsprechende Lagerkapazitäten. EHA
