Passau kann ab jetzt mehr heben

In Rostock gebaut, im Hafen Passau ab sofort im Einsatz: der neue Hafenmobilkran LHM 420 von Liebherr, Foto: Bayernhafen

Stolz auf den neuen Leistungsträger (v. l.): Jürgen Dupper (OB von Passau), Patricia Rüf (Liebherr-Firmeneignerin der dritten Generation), Minister Andreas Scheuer und Hafenchef Joachim Zimmermann, Foto: Bayernhafen
Das zur Bayernhafen-Gruppe gehörende Passau ist ab sofort noch besser auch für den Umschlag von besonders schweren Ladungsstücken gerüstet.
Denn seit wenigen Tagen verfügt der Hafen über einen fabrikneuen Hafenmobilkran, mit dem sich Lasten von bis zu 120 Tonnen Stückgewicht bewegen lassen. Im Beisein von unter anderem Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) und Bayernhafen-Geschäftsführer Joachim Zimmermann wurde der Kran offiziell seiner Bestimmung übergeben.
Bei dem Schwerlastkran handelt es sich um ein Produkt aus dem Hause Liebherr. Für seine leistungsstarken und zudem in großen Stückzahlen im In- und Ausland genutzten Hafenmobilkrane betreibt das weiterhin inhabergeführte Industrieunternehmen unter dem Namen Liebherr-MCCtec Rostock GmbH seit 2005 ein großes, direkt im Rostocker Überseehafen gelegenes Werk. Mit dessen Aufbau wurde im Jahr 2002 begonnen. Seit seiner Inbetriebnahme wurde das Werk schrittweise vergrößert; zudem wurden weitere Serviceeinrichtungen hinzugefügt.
Aktuell werden neben den Hafenmobilkranen auch Reachstacker sowie Schiffskrane produziert. Darunter sind auch solche, die zum Beispiel auf Spezial-Offshore-Schiffen zum Einsatz kommen, die Lasten von bis zu 2000 Tonnen aufnehmen können. Parallel zum Werksausbau konnte in Rostock auch die Belegschaft weiter aufgestockt werden. Derzeit arbeiten rund 1500 Beschäftigte in dem Werk.
Der neue, jetzt in Passau verfügbare Mobilkran des Typs LHM 420, der nach Unternehmensangaben beim Antrieb derzeit höchste Abgasnormen erfüllt, ist vielseitig nutzbar. Neben klassischen Stückgütern können auch Schüttgut, Container und komplette Windkraftanlagen schnell bewegt werden. Mit dem bislang verfügbaren Kran konnten zwar die relativ leichten Windflügel umgeschlagen werden. Doch für die schweren Baugruppen einer Windkraftanlage mit Stückgewichten von bis zu 100 Tonnen musste ein zusätzlicher, externer Kran beschafft werden. Hafenchef Zimmermann freut sich: „Wir stärken damit die besondere Rolle des Standorts Passau im Segment Schwergut- und Volumentransporte.“ So könne weiteres Wachstum auch dank des Erschließens neuer Geschäftsfelder generiert werden. Bundesverkehrsminister Scheuer wies in seinem Grußwort auf den hohen Stellenwert der Binnenhäfen und auch der Binnenschifffahrt hin, wenn es darum gehen soll, Gütermengen von der Straße auf die Wasserstraßen zu verlagern. EHA
