„Umweltschutz mit mehr Augenmaß“

Im Feeder-Geschäft gut vertreten: Niederländische Reeder, Foto: Arndt
Umweltschutz ja, aber dann auch so, dass er die niederländischen Reeder nicht so sehr belastet und sie dadurch ihre internationale Wettbewerbsfähigkeit einbüßen könnten.
Das ist eine der zahlreichen Forderungen, die der Niederländische Reederverband (KNVR) auf seiner jetzt durchgeführten Mitgliederversammlung in Rotterdam erhob und vor allem an die Regierung in Den Haag adressierte.
Denn selbst wenn die Reedereien Umweltschutzmaßnahmen umsetzen wollten, etwa durch den Einbau von Scrubbern, stießen sie schnell an Grenzen. Und die würden ihnen durch die Banken gesetzt, die vor dem Hintergrund einer weiterhin schwierigen Marktlage in der globalen Schifffahrt eher zurückhaltend bei der Vergabe von Krediten an Schifffahrtsunternehmen sind, so der Verband. Dieser geht davon aus, dass mit der Übernahme der Ratspräsidentschaft in der EU durch die Niederlanden im 1. Halbjahr 2016 beim großen Thema „Maritimer Umweltschutz“ wieder etwas mehr Pragmatismus und weniger Aktionismus zur Geltung kommt.
Der Verband fordert zudem weitere Maßnahmen der niederländischen Regierung, um den heimischen Schifffahrtsstandort zu stärken. Es komme darauf an, ein Umfeld zu schaffen, dass es auch für nicht-niederländische Reedereien interessant macht, sich als Unternehmer in der wichtigen maritimen Wirtschaft des Landes zu engagieren.
Dazu gehöre neben dem Abbau bürokratischer Hürden auch ein Nationales Schiffsregister, das es hinsichtlich seiner Attraktivität „mit den besten der Welt aufnehmen kann“, so der Verband.
Auf der Mitgliederversammlung wurde die langjährige Vorsitzende, Tineke Netelenbos, für weitere zwei Jahre wiedergewählt. EHA
