Alarmierende Lage am Golf

Zwei Zwischenfälle mit Tankern im Golf von Oman am Donnerstag haben die Spannungen im Nahen Osten weiter erhöht. Betroffen waren je ein Schiff von Bernhard Schulte Shipmanagement (BSM) und der Reederei Frontline.

Die Norwegian Maritime Authority berichtete von einem Angriff auf den Front line-Tanker „Front Altair“, die Reederei meldete eine Explosion und einen Brand an Bord des Schiffes, ohne einen Angriff zu bestätigen. BSM teilte indes mit, es seien 21 Seeleute von dem mit Methanol beladenen Carrier „Kokuka Courageous“ gebracht worden. Er sei am Donnerstagmorgen am Rumpf beschädigt und ein Crewmitglied leicht verletzt worden. Auch die 5. Flotte der United States Navy meldete die beiden Vorfälle nahe der iranischen Küste.

Die Hintergründe waren bei Redaktionsschluss unklar. Der Iran habe mehrere Expertenteams mit Hubschraubern über das Seegebiet fliegen lassen, berichtete die Nachrichtenagentur Irna unter Berufung auf einen Sprecher der Rettungsabteilung der iranischen Flotte in der Hormusgan-Provinz. Zuvor hatten laut Irna iranische Einsatzkräfte die Rettung von 44 Seeleuten der beiden Schiffe mit koordiniert. Die iranischen Behörden sprachen am Donnerstag von einer Explosion, keinem Angriff.

Die Lage am Golf alarmierte auch die EU. Eine Sprecherin der EU-Außenbeauftragten Federica Mogherini in Brüssel warnte vor vorschnellen Reaktionen: „Die Region braucht keine weiteren Elemente der Destabilisierung und keine weiteren Spannungen.“ Die Norwegian Mari time Authority erhöhte ihre Sicherheitsstufe für das betroffene Gebiet. „Wegen der Angriffe und der unklaren Umstände“ rate man Schiffen unter norwegischer Flagge, sich von iranischen Territorialgewässern fernzuhalten.

Die deutsche Schifffahrt beobachte die Vorfälle vom Donnerstag „mit großer Sorge“, sagte Alfred Hartmann, Präsident des Verbands Deutscher Reeder (VDR). „Die zivile Schifffahrt, insbesondere unschuldige Seeleute, derartig feige und brutal zu attackieren ist verantwortungslos. Wir sind froh zu hören, dass zumindest kein Besatzungsmitglied schwer verletzt worden ist.“ Es sei nun zu hoffen, dass sich alle Beteiligten vor Ort um Aufklärung und Deeskalation bemühen. ger/dpa

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