Auch autonome Schifffahrt braucht Fachleute

Erreichte bei seinen Zuhörern mit seinen Ausführungen eine große Aufmerksamkeit: Holger Mahnke, Foto: Werth
Kein Tag, keine Branche, ohne dass dieser Begriff fällt: Digitalisierung. Auch auf dem 13. Bremer Schifffahrtskongress, der von Dienstag bis Mittwoch stattfand, nahm dieses Wort einen zentralen Platz in den verschiedenen Fachvorträgen ein.
Und dieses Lagebild ist beispielsweise in der boomenden Kreuzschifffahrt anzutreffen. Holger Mahnke, Director Automation, Navigation & Communications beim finnischen Unternehmen R&D Wärtsilä, widmete sich der „Drohkulisse“ Datenflut in seinem faktenreichen Referat. Einer seiner zahlreichen Kernsätze lautete: „Autonome Schifffahrt braucht auch zukünftig Fachpersonal beispielsweise beim Thema Wartung.“
Der zweite Kongresstag konzentrierte sich neben den Referenten auch seitens der Interessenlage der rund 130 Teilnehmer auf die Auswirkungen der Automatisierung und Digitalisierung auf die Schifffahrtsbranche sowie die weiteren Teilbereiche der maritimen Wirtschaft, also etwa die Häfen.
So viel vorweg: Einfache Lösungen gibt es nicht. Deutschland gilt bei Wissenschaftlern und vereinzelt auch Praktikern als weit bis sehr weit zurück im Vergleich beispielsweise zu den Nachbarstaaten in Skandinavien oder den Niederlanden.
In Deutschland, so der Tenor verschiedener Wortbeiträge, nehmen Teilaspekte wie der Datenschutz, aber auch technische Normfragen und so weiter einen vergleichsweise sehr breiten Raum ein, hieß es wiederholt.
Für einen internationalen Blick auf die Dinge sorgte unter anderem Anneliese Jost, Referentin im Bundesverkehrsministerium, die zugleich Vorsitzende eines IMO-Unterausschusses ist. Für Jost ist die Automatisierung in der kompletten Wertschöpfungskette des Schiffsbetriebs „nur ein Teilaspekt“.
Sie räumte weiter ein, dass aufgrund des vom Grundsatz her nicht mehr umkehrbaren digitalisierten Arbeitswandels natürlicherweise Ängste darüber bestehen, wie es beruflich den Einzelnen weitergeht. Zum Gesamtbild gehöre auch, dass zum Beispiel ein Kapitän auch in einem digitalisierten Umfeld kein Softwarespezialist sein könne. Sehr wohl müsse er aber über ein solides IT-Kernwissen verfügen, das fortlaufend ein Update erhalte. hjw/EHA
