BG Verkehr verhängt Weiterreise-Verbot

Wo ein hohes Verkehrsaufkommen besteht, da kommt es auch immer wieder zu Ablaufstörungen oder auch größeren Havarien.

So geschehen am vergangenen Wochenende auf dem Nord-Ostsee-Kanal (NOK), der verkehrsreichsten künstlichen Wasserstraße der Welt. Der erste Vorfall ereignete sich am Freitagabend gegen 21.55 Uhr. Dabei lief der unter britischer Flagge fahrende Mehrzweckfrachter „Scot Leader“ (IMO 9404235) nahe der Autobahnhochbrücke Rade (Autobahn A 7) aus dem Ruder und rammte die Uferböschung an der Südseite.

Wie die Polizei mitteilte, war für diese Havarie ein Ausfall der Rudermaschine die Ursache. Der mit 3183 BRZ vermessene, rund 90 Meter lange und 15 Meter breite Mehrzweckfrachter konnte von der Schiffsführung nach kurzer Zeit wieder zurück ins Fahrwasser gebracht werden. Die für den sicheren Schiffsverkehr zuständige Verkehrszentrale in Brunsbüttel ordnete für den Frachter jedoch einen Zwischenstopp in Rendsburg an. Hier sollten Experten und die Wasserschutzpolizei noch einmal eine Überprüfung der relevanten Aggregate vornehmen. Das Schiff blieb vom Pech verfolgt. Denn während des Transfers zum Kreishafen Rendsburg kam es erneut zu einem technischen Ausfall. In Höhe der Fährstelle Nobiskrug versagte laut Polizei die Rudermaschine ein weiteres Mal, und die „Scot Leader“ rammte erneut die Kanalböschung.

Trotz der defekten Ruderanlage konnte die „Scot Leader“ um 23.35 Uhr aus eigener Kraft schließlich den Kreishafen erreichen. Die Wasserschutzpolizei Brunsbüttel überprüfte das zehn Jahre alte Schiff. Die Berufsgenossenschaft Verkehr (BG) verhängte jedoch zunächst Verbot der Weiterreise. Der Schiffsverkehr war aufgrund der Vorkommnisse mit dem Frachter kurzzeitig zwischen Schacht-Audorf und Schülp für die Schifffahrt gesperrt worden.

Eine weitere Havarie im NOK ereignete sich am Sonnabendnachmittag gegen 16 Uhr zwischen der Fährstelle Landwehr und Rajensdorf. Dort war der 85 Meter lange Mehrzweckfrachter „Darwin“ (IMO 8407228) nach einem Maschinenausfall manövrierunfähig. Der Besatzung des in Antigua registrierten Schiffs gelang es nicht, die Maschine wieder zu starten. Da es im NOK keinen kurzfristig einsetzbaren Schlepper gab, übernahm der zufällig in der Nähe befindliche Schlepper „Neptune Mariner“ (IMO 9481037) die Aufgabe und zog die „Darwin“ in die Ausweichstelle Groß-Nordsee. Der in Gibraltar beheimatete Schlepper nahm nach der Hilfeleistung Kurs auf Cuxhaven. Im Laufe der Nacht zogen die beiden Kieler Schlepper „Bülk“ und „Stein“ die „Darwin“ nach Kiel-Projensdorf zum Voithkai zur weiteren Begutachtung. FB/EHA

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