BSU: Kapitäne waren abgelenkt

Ein Jahr nach der Havarie des Windparkversorgers „World Bora“ mit dem Stückgutfrachter „Raba“ vor Rügen liegt jetzt der Unfallbericht vor. Beide Kapitäne waren demnach abgelenkt und erkannten dadurch nicht oder zu spät den Kollisionskurs der Schiffe. Die „World Bora“ fuhr in die Steuerbordseite der „Raba“, wie aus dem von der deutschen Bundesstelle für Seeunfalluntersuchung (BSU) veröffentlichten Bericht hervorgeht. 15 Menschen wurden verletzt.

Die Havarie ereignete sich am 19. Februar gegen 7.30 Uhr zwei Seemeilen vor Rügen. Der 31 Meter lange Trimaran „World Bora“ (IMO 9684304) hatte Sassnitz verlassen und Kurs auf den Windpark „Wikinger“ genommen. Die 81 Meter lange „Raba“ (IMO 8415172) war auf dem Weg von Kopenhagen nach Stettin.

Dem Bericht zufolge war der Kapitän der „World Bora“ abgelenkt, weil er auf der Brücke eine Hotelbuchung für einen Matrosen am Computer vornahm. Acht Minuten soll er den Ausguck vernachlässigt haben. Er bemerkte den Zusammenstoß erst, als er zu Boden geschleudert wurde. Der Kapitän der „Raba“ war demnach durch Arbeiten am Kartentisch abgelenkt. Die „World Bora“ war nicht so besetzt, wie es für Hochgeschwindigkeitsschiffe wegen des erhöhten Kollisionsrisikos durch die dänische Schifffahrtsbehörde vorgesehen ist. Als Lehren aus der Havarie gelten für die Passagiere des Trimarans jetzt eine Anschnallpflicht und auf der Brücke müssen künftig immer ein Kapitän und ein Wach offizier anwesend sein. tja

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