BSU: Kein Verfahren wegen Fährkollision

Glück im Unglück: Die „Finkenwerder“ wurde schwer beschädigt, doch es gab keine Opfer zu beklagen, Foto: Mordhorst
Extrem viel Glück war bei der Kollision des 2018 gebauten Containerfrachters „Ever Given“ (IMO 9811000) und der Hadag-Fähre „Finkenwerder) am 9. Februar diesen Jahres im Bereich des Elb-Fähranlegers Blankenese im Spiel: keine Verletzten oder gar Toten, dafür hoher Sachschaden.
Jetzt steht fest: Die Bundesstelle für Seeunfalluntersuchung (BSU) in Hamburg wird zu dem Vorfall kein offizielles Verfahren einleiten. Das bestätigte jetzt Jürgen Albers, BSU-Untersuchungsführer, dem THB exklusiv am Rande eines Treffens des Arbeitskreises Schiffssicherheit im Ständigen Fachausschuss des Deutschen Nautischen Vereins (DNV). Gegenüber dem THB erklärte Albers weiter, dass sein Haus die Ermittlungen in dieser Sache eingestellt habe, weil kein offensichtliches Fehlverhalten eines deutschen Patentinhabers und auch kein technisches Versagen vorgelegen habe.
Zum Unfallzeitpunkt im Februar befanden sich an Bord der gut 25,50 Meter langen Fähre drei Personen, das heißt zwei Besatzungsmitglieder und ein Auszubildender. Sie wurden bei der Havarie zwar nicht ernsthaft verletzt, erlitten jedoch infolge des Zusammenstoßes einen Schock, so dass sie als Folge dessen ärztlich und psychologisch betreut werden mussten. Bei der Kollision war die Backbordseite der Fähre durch die Bordwand der entlangschrammenden „Ever Given“ und die Steuerbordseite durch die massive Oberkante des Anlegepontons eingedrückt und schwer beschädigt worden. Die Hadag ließ die stark in Mitleidenschaft gezogene Fähre, nachdem deren Seetauglichkeit einwandfrei geklärt war, später zur Werft von Cölln nach Finkenwerder verholen. Die Hadag ließ damals wissen, dass sich der Sachschaden an der 1989 auf der Heinrich-Grube-Werft in Hamburg-Oortkaten gebauten Fähre auf einen höheren sechsstelligen Euro-Betrag belaufen würde. Schwesterschiff der „Finkenwerder“ ist die 1988 auf der gleichen Werft gebaute „Altona“. EHA/JM
