Bundesrat will schärfere Regeln für Boxcarrier

Nach der Havarie des Schiffs „MSC Zoe“ in der Nordsee will der Bundesrat schärfere Regeln für Containerschiffe mit Gefahrgut an Bord.

Der Meeres- und Küstenschutz müsse verbessert werden, heißt es in einer am Freitag vorgelegten Entschließung der Länderkammer in Berlin. Diese ging auf einen Antrag der Länder Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern zurück. So gehe es darum, Container besser zu sichern und im Havariefall schneller zu orten. Unklar ist, warum die Maßnahmen nur für Containerschiffe gelten sollen.

Bei der Havarie Anfang Januar in der stürmischen Nordsee waren zahlreiche Container verloren gegangen, darunter auch Boxen mit Gefahrgütern. Der 19.200-TEU-Frachter „MSC Zoe“ verlor auf dem Weg nach Bremerhaven mindestens 345 Transportbehälter. Viele brachen beim Sturz ins Wasser auf.

Um Maßnahmen zu definieren, ist nach Ansicht der Länder zwar der Bericht der Bundesstelle für Seeunfalluntersuchung abzuwarten. Bereits jetzt aber könne international geprüft werden, ob Schifffahrtsrouten-Regelungen verschärft werden könnten, um küstennahe Havarien von Großcontainerschiffen zu vermeiden. Die Entschließung wird nun der Bundesregierung zugeleitet.

Das Thema Gefahrgut gewinnt auch durch den Untergang des Grimaldi-Frachters „Grande America“ an Brisanz. Zum Redaktionsschluss am Freitag hatten die französischen Behörden weiterhin auf eine Wetterberuhigung gewartet, um im Atlantik mit dem Abpumpen von ausgelaufenem Schweröl beginnen zu können. Das unter italienischer Flagge fahrende Schiff hatte auch Gefahrgut an Bord. Auf dem Weg von Hamburg nach Casablanca geriet der Frachter in Brand und ging in der Biskaya unter. fab

Teilen
Drucken

Kundenservice

Sie haben Fragen? Kontaktieren Sie uns gerne.

Kundenservice

Sie haben Fragen? Kontaktieren Sie uns gerne.

Nach oben