Covid-19 „entert“ die grauen Schiffe
Auch vor den Seestreitkräften der verschiedenen Nationen macht das global um sich greifende Coronavrius keinen Halt.
So bestätigte jetzt die Deutsche Marine der Nachrichtenagentur DPA auf Anfrage, dass sie aktuell mit sieben nachgewiesenen Infektionen auf das Coronavirus und rund 100 Verdachtsfällen konfrontiert sei. Zur Einordnung: In der kleinsten Teilstreitkraft der Bundeswehr dienen aktuell rund 16.000 Soldaten und Soldatinnen. Als schwimmende Einheit direkt betroffen war der Tender „Mosel“ (A 512). An Bord der Logistik- und Versorgungsplattform gab es vor etwa 14 Tagen einen bestätigten Infektionsfall. Die „Mosel“ lag zu dem Zeitpunkt im Heimat-Stützpunkt Kiel. Der Soldat sei schon an Bord gewesen, so dass die gesamte, etwa 35-köpfige Besatzung in Quarantäne gehen musste, so die Marine. Aufgrund des Vorfalls konnte der Tender nicht an einer lange geplanten Geschwaderübung teilnehmen.
Auf ihrer Homepage teilte die Marine ergänzend mit, dass ein Teil der „Mosel“-Besatzung derzeit von zu Hause aus arbeite oder Urlaub nehme. Beides verbunden mit der Auflage, „sich gesund zu halten und die allgemein gültigen Hygienemaßnahmen einzuhalten“. Vizeadmiral Andreas Krause, Inspekteur der Marine, erklärte: „Das zeigt, wie wichtig schnelles Handeln in einer solchen Lage ist. Dadurch konnten weitere Infizierte verhindert werden.“
Der Flotten-Chef veröffentlicht seit wenigen Wochen einen regelmäßigen Informationsbrief an die Angehörigen der Marine. In der aktuellen Ausgabe (24. März) teilte Admiral Krause unter anderem mit, dass beim Marinekommando in Rostock alle Corona-Aktivitäten zentral zusammengeführt werden. Seit dem 25. März gibt es zudem ein besonderes Lagezentrum Corona. Sein Schwerpunkt besteht in der Koordination der Unterstützungsleistungen für den Nationalen Territorialen Befehlshaber und die ihm unterstellte Führungsorganisation.
Die Belgische Marine beorderte indes die Fregatte „Leopold 1“ (F 930) wegen eines Coronavirus-Falls an Bord in den Heimathafen Zeebrügge zurück. Das Schiff begleitete im Mittelmeer den französischen Flugzeugträger „Charles de Gaulle“ (R 91).
Auch die US-Navy bleibt von Covid-19 nicht verschont. An Bord des US-Flugzeugträgers „USS Theodore Roosevelt“ (CVN-71) wurden acht Virus-Infektionen bekannt. Die betroffenen Soldaten wurden daraufhin umgehend in eine Einrichtung der Streitkräfte auf der Pazifikinsel Guam ausgeflogen. EHA/dpa
