„Den Wert von Daten erkennen“

Zugriff auf alle Schiffsdaten im Fleet Support Center, Foto: Arndt
Die fortschreitende Digitalisierung wird die Schifffahrt zunehmend verändern – zu diesem Schluss gelangten jetzt die rund 140 Branchenvertreter auf der Konferenz „Maritim 4.0“ in Hamburg.
Frachtschiffe sind neben konventioneller Ladung auch mit einem besonderen Gut beladen: mit Daten. Der digitale Fortschritt ermöglicht es, eine Vielzahl dieser Informationen zu erfassen, die unter anderem Auskunft geben über den Einsatz eines Schiffes, seine Ladung und seine Verbrauchswerte, aber auch über Wetterlagen und Hafendispositionen. Exper ten sprechen in diesem Zusammenhang von einem digitalen Abbild der realen Welt.
Welche Handlungs- und Entwicklungsoptionen sich aus dieser Wechselbeziehung für die Schifffahrt ergeben, das diskutierten Vertreter von Reedereien, maritimen Zulieferfirmen sowie aus Wissenschaftsinstitutionen und Verbänden auf der ganztätigen Fachkonferenz, zu der das THB-Schwestermagazin „Schiff & Hafen“ in das Empire Riverside Hotel eingeladen hatte.
Dabei verwies Prof. Uwe von Lukas vom Fraunhofer-In stitut für Graphische Datenbearbeitung (IGD) in Rostock auf die wachsende Dynamik der Digitalisierung. Die Industrie sei gegenwärtig zu 20 Prozent von diesem Prozess durchdrungen. Bereits in fünf Jahren könnte der Digitalisierungsgrad auf bis zu 80 Prozent angestiegen sein. „Wichtig für die Zukunft ist, allgemeine Standards zur Erhebung von gewaltigen Datenmengen und für den Umgang mit ihnen zu setzen“, so von Lukas. Nur so könnten Daten technologieübergreifend zusammengeführt und daraus Erkenntnisse gewonnen werden, die es ermöglichen, „die betrieblichen Prozesse zu optimieren“.
Wie die Schifffahrt bereits erfolgreich einen digitalen Kurs steuert, skizzierte Jörn Springer vom Fleet Support Center der Reederei Hapag-Lloyd, über das rund 170 Schiffe weltweit geführt werden. Vor drei Jahren startete man dort ein Datenprojekt mit der Zielvorgabe, in der Flotte „mit weniger Treibstoffverbrauch mehr Leistung zu erreichen“. Entscheidend sei, so Springer, den „Wert von Daten zu erkennen“ und aus den Informationen die „richtigen Steuerungsschritte abzuleiten“. bre/schw
