Der Marine fehlen die Ressourcen

Knappe Ressourcen: Der Deutschen Marine fehlen derzeit vor allem „Dickschiffe“, hier in Wilhelmshaven, Foto: Arndt
Während in den verschiedenen politischen Lagern in Berlin noch intensiv über ein „Ja“ oder „Nein“ zu einer möglichen Teilnahme an einer Seeschutzmission im Arabisch-Persischen Golf diskutiert wird, reduziert der Wehrbeauftragte der Bundeswehr, Hans-Peter Bartels, diese Frage auf das simple „ Können“.
Er verweist auf die extrem angespannte Materialsituation bei der Deutschen Marine, zugleich der kleinsten Teilstreitkraft der Bundeswehr. Denn ihre Fähigkeiten wären für ein mögliches Einsatzszenario überhaupt die entscheidenden, die bei einem Golf-Einsatz gefragt wären. Schließlich geht es um Seeraumüberwachung sowie das Eskortieren von Handelsschiffen. Bartels machte jetzt diese einfache Rechnung auf: „Von den 15 Fregatten, die die Marine eigentlich haben sollte, sind inzwischen sieben außer Dienst gestellt, und dafür ist bisher erst ein neues Schiff zugelaufen.“ Dabei handelt es sich um die Fregatte „Baden-Württemberg“ (F 222) der Klasse 125. Vier Schiffe sind von diesem Kampfschiff gebaut worden, deren Auslieferung an die Marine aber um Jahre hinter dem Zeitplan zurückliegt. Die erst vor wenigen Wochen in Dienst gestellte „Baden-Württemberg“ muss erst in einem mehrmonatigen Ausbildungsprozess langsam einsatzfit gemacht werden.
Aktuell sind für die Marine gerade einmal neun Einheiten auf dem Papier disponibel, so Bartels. Würden davon Schiffe für den Einsatz bestimmt, fehlten sie an anderer Stelle. Am Donnerstag warb indes der CDU-Außenpolitiker Norbert Röttgen für einen eigenständigen europäischen Einsatz mit deutscher und französischer Beteiligung zum Schutz von Handelsschiffen. EHA
