Deutsche Marine im Manöver-Modus

Die „Bonn“ verlässt morgen für ein halbes Jahr den Marinestützpunkt Wilhelmshaven, Foto: Deutsche Marine
Die festtagsbedingte Verschnaufpause für die Soldaten der Deutschen Marine währte nur kurz: Gleich drei Schiffe verlassen nacheinander ihre Heimathäfen Wilhelmshaven beziehungsweise Rostock-Warnemünde und läuten damit erneut ein arbeitsintensives Jahr ein.
Den Auftakt macht morgen in Wilhelmshaven der Einsatzgruppenversorger (EGV) „Bonn“ (A 1413). Am Montag folgen dann der EGV „Frankfurt am Main“ (A 1412), ebenfalls aus der Jadestadt, sowie die Korvette „Ludwigshafen am Rhein“ (F 264), deren Heimatstützpunkt Rostock-Warnemünde ist. Sie wurde am 22. März 2013 in Dienst gestellt und bildet mit ihren Schwesterschiffen „Braunschweig“ (F 260), „Magdeburg“ (F 261), „Erfurt“ (F 262) und „Oldenburg“ (F 263) das 1. Korvettengeschwader.
Die am 13. September 2013 in Dienst gestellte schwimmende Logistikplattform „Bonn“ wird sich in diesem Jahr als Flaggschiff an der „Standing NATO Maritime Group 2“ (SNMG2) beteiligen. Zum Auslaufen des unter dem Kommandanten, Fregattenkapitän Jobst Berg, fahrenden EGV „Bonn“ werden sich auch diesmal wieder zahlreiche Angehörige im Marinestützpunkt von Wilhelmshaven einfinden.
Zu den Kernaufgaben des Verbandes gehören insbesondere die Kontrolle und der Schutz strategisch wichtiger Seewege. Dazu operiert die militärische Formation vor allem im Mittelmeerraum. Sie kann aber auch bei Bedarf sofort in andere Krisengebiete verlegt werden.
An Bord der „Bonn“ hat sich auch der deutsche Flottillenadmiral Jörg Klein mit seinem Stab eingeschifft. Klein obliegt noch bis Mitte dieses Jahres die Führung des internationalen Verbandes. Diese stets auf ein Jahr befristete Aufgabe hatte er im Juni 2015 in Kiel im Rahmen eines Zeremoniells von US-Flottillenadmiral Brad Williamson übernommen. Als Flaggschiff nutzte er dabei für das erste Halbjahr die Fregatte „Hamburg“ (F 220). Der EGV „Bonn“ wird mit seiner Besatzung in den kommenden Wochen an mehreren internationalen Manövern teilnehmen. Der Großverband wird immer wieder Zu- und Abgänge von Schiffen der verschiedenen Nationen haben, die dann gemeinsam im Mittelmeerraum zusammenarbeiten werden. Die in Emden gebaute, rund 350 Millionen Euro teure „Bonn“ ist eines von drei großen Logistikschiffen der Deutschen Marine. Typschiff der Klasse 702 ist die „Berlin“, die am 11. April 2001 in Dienst gestellt wurde. Große internationale Bekanntheit erzielte die „Berlin“ (A 1411) mit dem Jahreswechsel 2004/2005, als sie Teil der großen internationalen Rettungsgemeinschaft nach der Tsunami-Katastrophe in Südostasien war und als schwimmendes Krankenhaus diente.
Die „Frankfurt am Main“ (A 1412) wurde am 27. Mai 2002 in Dienst gestellt. Sie wie auch die Korvette „Ludwigshafen am Rhein“ werden Kurs auf das Mittelmeer nehmen. Ihre Aufgabe: Teilnahme an der EUNAVFOR-MED-Operation „Sophia“.
Die Schiffe, Flugzeuge und Hubschrauber dieser Operation werden auf hoher See beziehungsweise im internationalen Luftraum zwischen der italienischen und der libyschen Küste eingesetzt, um das große Seegebiet zu überwachen und um dabei auch in Seenot geratenen Flüchtlingen aus Nordafrika zu helfen.
Mit der „Ludwigshafen am Rhein“ unter dem Kommando von Korvettenkapitän Marco Köster (39) nimmt erstmals eine deutsche Korvette an der Operation „Sophia“ teil. EHA
