Drei Seenotretter sterben bei Einsatz

Betroffen: Ein Seenotretter setzt die DGzRS-Flagge auf dem Rettungskreuzer „Anneliese Kramer“ halbmast, Foto: DGzRS/Lisa Sonntag
Drei französische Seenotretter sind am vergangenen Samstag bei einem Einsatz ums Leben gekommen. Wie die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffsbrüchiger (DGzRS) mitteilte, waren die Einsatzkräfte der französischen Seenotrettungsorganisation SNSM vor der Küste der westfranzösischen Hafenstadt Les Sables-d‘Olonne unterwegs, wo sie bei schwerer See ein vermisstes Fischerboot suchten. Das Rettungsboot „Jack Morisseau“ kenterte.
Vier der sieben Besatzungsmitglieder konnten sich schwimmend ans Ufer retten, teilte der Bürgermeister der Stadt Sable-d‘Olonne, Yannick Moreau, dem Fernsehsender BFMTV mit. Nach Angaben der Société Nationale de Sauvetage en Mer (SNSM) waren die 28, 51 und 55 Jahre alten Freiwilligen erfahrene Seeleute und seit vielen Jahren für die Gesellschaft im Einsatz.
Zum Zeitpunkt des Unglücks tobte Sturmtief „Miguel“ über dem Atlantik. Es erreichte nach Angaben des Wetterdienstes Météo-France Windgeschwindigkeiten von bis zu 129 Kilometern pro Stunde. In mehreren Départements an der Atlantikküste wurde deshalb am Pfingstwochenende die zweithöchste Warnstufe ausgerufen.
Das Boot der Seenotretter kenterte rund 800 Meter vor der Küste. Als Grund nennen Medienberichte zersplitterte Fenster. Menschen, die zufällig am Ufer standen, kamen den Schwimmenden zu Hilfe. Die französische Seenotleitung C.R.O.S.S. Etel koordinierte den Rettungseinsatz, an dem unter anderem auch die Feuerwehr, der Dragon 17-Hubschrauber aus La Rochelle sowie Tauchern beteiligt waren. Fischerboot und Fischer galten bei Redaktionsschluss noch als vermisst.
Das Unglück löste bei den in der International Maritime Rescue Federation (IMRF) zusammengeschlossenen Seenotrettungsgesellschaften und -organisationen aus aller Welt große Betroffenheit aus. „Das Unglück unserer französischen Kollegen führt uns einmal mehr schmerzlich vor Augen, dass sich – trotz aller Weiterentwicklung der Technik – ein Risiko für Seenotretter niemals ganz ausschließen lässt. Wir müssen anerkennen, dass die Natur zuweilen stärker als der Mensch ist“, sagte Kapt. Udo Helge Fox, IMRF-Vorsitzender und Mitglied der Geschäftsführung bei der DGzRS. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron sprach den Angehörigen sein Beileid aus. „Ich denke an ihre Familien, ihre Teamkollegen, die Kameraden der SNSM und an die gesamte maritime Gemeinschaft“, schrieb er auf Twitter. acw/dpa