Drohnen schützen Antwerpen

Antwerpen: Der Hafen beherbergt einen starken Chemie-Cluster, Gr. Foto: Port of Antwerp, kl. Foto: Belgisches Verteidigungsministerium

Der in ganz Belgien weiterhin bestehende „Alarmzustand“ als direkte Folge der Terroranschläge in Brüssel und Paris lässt die Sicherheitsbehörden zu bislang ungewohnten Mitteln greifen.
Davon ist auch der Hafen Antwerpen betroffen, in dem nicht nur Umschlagterminals für Container, trockenes Massen- und Stückgut verankert sind, sondern auch Anlagen für sicherheitssensible Flüssiggüter sowie entsprechenden Verarbeitungseinrichtungen wie Raffinerien oder Chemieanlagen. Eine zusätzliche Herausforderung besteht darin, dass sich das durch die Schelde in zwei große Bereiche gegliederte Hafengebiet über eine Fläche von gut 140 Quadratkilometern erstreckt. Zwar finden im Hafen bereits seit mehreren Monaten verstärkt offene und verdeckte Kontrollen durch die Sicherheitskräfte – das heißt Polizei und auch Armee – statt. Doch stoßen diese Kräfte inzwischen an ihre Leistungsgrenzen. Vor diesem Hintergrund fiel jetzt die Entscheidung, unbemannte Drohnen zur großräumigen Überwachung des Hafens einzusetzen, und zwar im Rund-um-die-Uhr-Betrieb. Die Drohnen vom Typ „B-Hunter“ können dabei bis zu zehn Stunden lang ununterbrochen in der Luft bleiben. Nach THB-Informationen ist damit die Spezialeinheit der belgischen Luftwaffe, die 80. Unmanned Aerial Vehicle Squadron in Brasschaat, betraut. Die Einheit liegt damit in unmittelbarer Nähe des zweitgrößten europäischen Seehafens und führenden Wirtschaftszentrums Belgiens. Die von den Drohnen aufgenommenen Bilder werden dabei zentral erfasst und in einem arbeitsteiligen Prozess gemeinsam mit der belgischen Polizei ausgewertet. Sie entscheidet auch dar über, ob das Datenmaterial weitere Aktionen auslösen soll. Belgiens Streitkräfte setzen seit 2002 die unbemannten Luftfahrzeuge ein. EHA/PSA
