FDP will „Gorch Fock“-Neubau

Chefeinweisung: Verteidigungsministerin von der Leyen bei Werftvisite, Foto: Behling

Stets ein Hingucker in Kiel: die „Gorch Fock“ auf der Kieler Woche 2013, Foto: Arndt
Über dem 61 Jahre alten Segelschulschiff der Deutschen Marine, der „Gorch Fock“, ziehen sich immer dunklere Wolken zusammen.
Nach THB-Informationen aus hohen Marinekreisen ist das Thema für die Flotte „durch“, zumal die Dauer-Negativberichterstattung über die weiter bestehenden Sanierungsprobleme und die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft zunehmend als imageschädigend für die Marine als Ganzes aufgefasst werden.
Insider erinnern zudem daran, dass der Inspekteur der Marine, Vizeadmiral Andreas Krause, bereits auf der wichtigen 59. Historisch-Taktischen Tagung (HiTaTa) der Marine vom 9. bis 10. Januar in Linstow bei Rostock, mit keiner Silbe auf die „Gorch Fock“ eingegangen war. Das bei einer Rede, die über 30 Seiten umfasste und in der es um die mittel- und langfristige Ausrichtung der Flotte ging, einschließlich des zentralen Themas Nachwuchskonzept für die Marine.
Indes hat der FDP-Haushaltspolitiker Karsten Klein das Verteidigungsministerium aufgefordert, Alternativen zur Sanierung der 1958 bei Blohm + Voss gebauten „Gorch Fock“ ernsthaft zu prüfen. Er warf der durch eine Große Koalition aus CDU/CSU und SPD geführten Bundesregierung vor, Haushaltsgrundsätze außer Acht zu lassen und den Überblick verloren zu haben. „Geld spielt bei der Sanierung der „Gorch Fock“ offensichtlich keine Rolle“, kritisierte der aus dem bayerischen Aschaffenburg stammende Klein. Für ihn sieht daher der weitere Weg so aus: „Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende. Echte Neubauoptionen gehören jetzt unbedingt auf den Tisch.“
Das Bundesverteidigungsministerium erklärte in einer Antwort auf eine Kleine Anfrage Kleins und der FDP-Fraktion, ein „Eins-zu-Eins-Ersatz“ für die in die politischen Schlagzeilen geratene Bark durch den Neubau eines Segelschulschiffs mit denselben Fähigkeiten sei bisher nicht untersucht worden. Dieser sei auch nicht realisierbar, weil ein Neubau vollständig der aktuellen Gesetzes- und Vorschriftenlage unterliegen würde. An der Ausbildung auf einem Segelschulschiff werde die Marine auch festhalten, falls die Instandhaltung der «Gorch Fock» abgebrochen werde, hieß es weiter. Bislang wurden für die Sanierung rund 70 Millionen Euro durch den Bund gezahlt. Weiterhin geht man von Sanierungsgesamtkosten in Höhe von 135 Millionen Euro aus. EHA/dpa
