Friesenbrücke: Bund trägt Mehrkosten

Eineinhalb Jahre nach der Zerstörung der Friesenbrücke zeichnet sich zumindest im Punkt Finanzierung Bewegung ab. Die Brücke soll teilweise neu gebaut werden, und der Bund will einspringen.
Das Bundesverkehrsministerium ist grundsätzlich bereit, die Mehrkosten für einen Teilneubau der zerstörten Friesenbrücke über die Ems in Weener zu übernehmen. Das teilte die Bundestagsabgeordnete Gitta Connemann (CDU) jetzt nach Gesprächen in Weener mit, an denen auch Verkehrsstaatssekretär Enak Ferlemann (CDU) teilnahm. Notwendig sei nun eine klare Anforderung aus der Region, also von Kommunen, Kreisen oder Landesregierung an den Bund, dass das Projekt so gewollt sei.
Im Vergleich zu einer mit rund 29 Millionen Euro veranschlagten Reparatur der Friesenbrücke liegen die Kosten für einen Neubau vor aussichtlich um 15 bis 20 Millionen Euro höher. Es solle jetzt die politische Entscheidung herbeigeführt werden, dass der Bund die Mehrkosten schultere, sagte Connemann der dpa. Das könnten 15 Millionen Euro sein.
Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD) zeigte sich erfreut, „dass jetzt auch der Bund zu der Auffassung gelangt ist, dass eine moderne Brücke her muss“. Dies werde auch die Sicherheit im Schiffsverkehr erhöhen. „Die Verantwortung – auch die finanzielle – sowohl für die Bundeswasserstraße Ems als auch für die Eisenbahnverbindung liegt beim Bund. Wir haben uns dennoch bereits im März bereit erklärt, fünf Millionen Euro der Mehrkosten zu übernehmen, die für den Bau einer modernen Brücke anfallen würden“, betonte Lies.
Ein Neubau entspricht auch den Vorstellungen der Papenburger Meyer Werft, für die dadurch die Überführung von Kreuzfahrtschiffen erleichtert würde. Bislang musste die bestehende und am 3. Dezember 2015 von dem 100 Meter langen Frachter „Emsmoon“ zerstörte Eisenbahnbrücke für Überführungen teils demontiert werden.
Bis die neue Brücke sich dreht oder aufklappt, dürften allerdings noch Jahre vergehen. Zwei bis drei Jahre werde vermutlich das Planfeststellungsverfahren dauern, schätzte die CDU-Politikerin Connemann. Dann dürften noch mal vier bis fünf Jahre für die Bauzeit benötigt werden. Technisch favorisiert wird eine Drehbrücke. Eine Klappbrücke mit diesen Ausmaßen wäre bei den vorherrschenden Windverhältnissen schwierig zu betreiben.
Der Kapitän der „Emsmoon“ und der Lotse durften nach dem Unglück ihre Patente behalten. Das Seeamt stellte das Verfahren gegen beide ein (THB 2. Mai 2017). Es habe sich nicht um einen Fehler, sondern um ein Missverständnis in der Kommunikation mit der Schiffsführung gehandelt. lni/FBi
