Führungswechsel bei SNMCMG1 in Kiel

Die „Tasuja“ erfreute sich großer Aufmerksamkeit im Tirpitzhafen während der Kieler Woche (Foto: Behling)

Der Tender "Elbe" (Bild: Behling)

Die "Tasuja" (Bild: Behling)
Der Tirpitzhafen war während der Kieler Woche nicht nur Liegeplatz für fast 30 Schiffe und Boote aus zehn Nationen. Es gab dort auch einen Kommando-Wechsel von internationaler Bedeutung.
Dabei ging die Ära der deutschen Doppelführung von NATO-Einsätzen zu Ende. Fast sechs Monate hatten zwei der vier maritimen Einsatzverbände unter deutschem Kommando gestanden. Während im Mittelmeer weiterhin ein Verband von einem deutschen Offizier geführt wird, übergab in Kiel Fregattenkapitän Martin Schwarz den Befehl über den NATO-Minenabwehrverband 1 (SNMCMG1) an einen Offizier aus Estland. Exakt ein halbes Jahr hatte Schwarz den SNMCMG1 geführt. Im Beisein des britischen Vizeadmirals Clive Johnstone übergab Schwarz nun das Kommando an Commander Johan-Elias Seljamaa aus Tallinn. Nur wenige Tage nach seinem 40. Geburtstag ging der Este in die Geschichte der NATO als erster Offizier aus Estland ein, der einen maritimen Verband übernahm. Johnstone ist der Befehlshaber des Maritime Command (MarCom) in Northwood, der Fürhungseinrichtung für die maritimen Verbände.
Der Verband SNMCMG1 besteht derzeit aus vier Einheiten aus Deutschland, Norwegen, Großbritannien und den Niederlanden mit 200 Soldaten. Die erste Aufgabe des neuen Kommandeurs war eine leichte: Er schickte seine Soldaten für drei Wochen in den Sommerurlaub. Am 15. Juli sollen alle Einheiten und Soldaten sich wieder in Kiel versammeln und auf die kommenden Einsätze und Manöver in der Ostsee vorbereiten. Am 17. Juli starten dann erste Übungen. Seinen Kommandowimpel wird Commander Seljamaa dann auf dem deutschen Tender „Elbe“ setzen.
Bis Januar stellt Deutschland noch die Führungsplattform für diesen Verband, dann kommt ein Flaggschiff aus Estland. Nach dem Jahreswechsel wird der Minenleger „Tasuja“ erstmals Führungsschiff eines NATO-Verbandes. Das aus Dänemark übernommene Führungsschiff war 1976 als „Lindormen“ für die dänische Marine gebaut worden. FB/pk
