Hollands Reeder bekommen Schutz

Abschreckungswirkung: bewaffnete Schutzkräfte an Bord beim Üben, Foto: THB-Archiv
Zehn Jahre wurde in den Niederlanden darum gerungen – jetzt ist der Weg frei für die Mitnahme von bewaffneten Schutzkräften an Bord von Handelsschiffen unter niederländischer Flagge, wenn diese in sicherheitskritischen Seegebieten unterwegs sind.
Das teilte der Königliche Niederländische Reederverband KVNR (Koninklijke Vereniging van Nederlandse Reders) am Dienstag in Rotterdam mit. „Ich bin unbeschreiblich froh darüber, dass es endlich so weit ist“, gab KVNR-Geschäftsführerin Annet Koster in der niederländischen Hafenstadt zu Protokoll, in der sich auch der Sitz des Verbands befindet. Die Niederlande seien damit innerhalb der EU das letzte Land, das die gesetzlichen Grundlagen für die Mitnahme solcher bewaffneter Schutzkräfte geschaffen habe. In Deutschland ist das seit gut neun Jahren möglich, nachdem die politische Diskussion darüber auch mit großer Emotionalität geführt worden war.
Die entscheidende Hürde konnte in den Niederlanden am Dienstag in einer entscheidenden Abstimmung über das neue Gesetz („Wetter Bescherming Koopvaardij“) in der Ersten Kammer genommen werden. Die linksliberale Partei „D66“, bislang ein entschiedener Gegner der Mitnahme von Bord-Sicher heitskräften, gab ihren Widerstand auf. Bereits 2018 hatte die Zweite Kammer („Tweede Kamer“), das Parlament in Den Haag, mehrheitlich für die Mitnahme von Schutzkräften gestimmt.
Ein erheblicher Bedrohungsfaktor für die Handelsschifffahrt bleibt die Piraterie. Entsprechende Vorfälle werden beim International Maritime Bureau (IMB) in Kuala Lumpur aufgenommen und dokumentiert. Für 2018 registrierte das IMB 201 Fälle von Piraterie und bewaffneten Raubüberfällen. 2018 waren es 180. Vor allem Seegebiete in Westafrika gelten als äußerst gefährdet. EHA
