Italien schließt Hafen

Italien hat erstmals einem Rettungsschiff mit Flüchtlingen die Einfahrt in einen Hafen verwehrt.

Die „Aquarius“ von Ärzte ohne Grenzen und SOS Méditerranée harrte am Montag weiter im Mittelmeer zwischen Italien und Malta aus – an Bord Hunderte Migranten, die am Wochenende aus Seenot gerettet worden waren. Die Machtdemonstration der neuen italienischen Regierung – allen voran der fremdenfeindliche Innenminister Matteo Salvini – soll beweisen, dass Italien in der Migrationskrise künftig harte Hand zeigen wird. Dabei spricht gegen eine Hafensperre etwa das Nothafenrecht, wonach Schiffe in Not, etwa mit Schiffbrüchigen an Bord, Anspruch auf das Einlaufen in den Hafen haben.

Nachdem am Wochenende laut der Internationalen Organisation für Migration insgesamt rund 1420 Migranten im Meer gerettet worden waren, nahm die Regierung in Rom Malta am Sonntag in die Pflicht: Der Inselstaat müsse die „Aquarius“ mit 629 geretteten Migranten in den Hafen von Valletta einlaufen lassen. Doch Malta lenkte zunächst nicht ein – und ließ wissen, dass man der „Aquarius“ keinen Hafen zuweisen werde.

Die „Aquarius“ harrte zunächst in den Gewässern zwischen Malta und Italien aus. Kurz vor Redaktionsschluss kündigte die spanische Regierung an, Spanien werde die Flüchtlinge an Bord der „Aquarius“ aufnehmen. Das Schiff dürfe im Hafen von Valencia anlegen, „um eine humanitäre Katastrophe zu verhindern“, hieß es.

Schon kommt es zum nächsten Fall. „Unser Schiff ‚Sea-Watch 3‘, das sich ebenfalls in einer Rettungsmission befindet, könnte schon heute in eine ähnliche Situation kommen“, teilte die deutsche Organisation Sea-Watch am Montag mit. Italiens Innen minister Salvini drohte auch der „Sea-Watch 3“ mit einem Anlegeverbot. fab/dpa

Teilen
Drucken

Kundenservice

Sie haben Fragen? Kontaktieren Sie uns gerne.

Kundenservice

Sie haben Fragen? Kontaktieren Sie uns gerne.

Nach oben