Jährlich 900 Vorfälle mit Altmunition in See

Von den in diversen Meeresregionen auf dem Grund liegenden Altmunitionsbeständen aus den beiden großen Weltkriegen gehen zunehmend Umweltgefahren als Folge von Korrosion der Metallumhüllungen aus.

Darauf weist das Geomar Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel im Zusammenhang mit dem neuen europäischen Forschungsvorhaben BASTA (Boost Applied munition detection through Smart data inTegration and AI workflows) hin. Ziel ist es, neue Verfahren zur Munitionserkennung unter Wasser zu entwickeln. Zum Gefährdungsspektrum der Altmunition in Gestalt von in erster Linie Bomben, Granaten, Torpedos, See- und Luftminen sowie Giftgas-Munition gehört nicht nur, dass giftige und gefährliche Inhaltsstoffe austreten. Die von bestimmten Munitionsarten ausgehende Explosionsgefahr auch nach vielen Jahrzehnten ist weiterhin sehr hoch. Das wiederum bedeutet, dass die mit der physischen Bergung befassten Kräfte, Spezialfirmen und auch Seestreitkräfte, entsprechend gefährdet werden.

Über den Sachstand zu den neuen, technischen Verfahren informierte am Mittwoch eine Tagung unter Federführung des Geomar in Berlin. Allein im Nordostatlantik und in der Nordsee sind fast 150 Munitionsversenkungsgebiete bekannt. Jährlich kommt es in diesen Regionen teilweise zu mehr als 900 Vorfällen im Zusammenhang mit Kampfmitteln aus dem Meer.

Die derzeit existierenden Methoden für die technische Erkundung dieser gefährlichen Altlasten sind kostenintensiv, zeitaufwendig und erfordern den Einsatz komplexer Sensorik. Das europäische Forschungsprojekt BASTA, an dem neben dem Geomar auch das Marine Institut Flandern (VLIZ) mit Sitz im Hafen Ostende, der Softwareentwickler EGEOS GmbH (Kiel) und der belgische Vermessungsdienstleister G-Tec S.A. mitwirken, soll zur Optimierung der Altmunitions-Erkennung durch besonders ausgefeilte Datenintegration und Einsatz künstlicher Intelligenz führen. Das Projekt wird für drei Jahre vom Europäischen Meeres- und Fischereifonds (EMFF) mit rund einer Million Euro finanziell unterstützt. EHA

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