Korvettenstreit geht in neue Runde

Es gibt Bewegung beim großen Marinerüstungsvorhaben „2. Los Korvette Klasse 130“.

Nachdem das Bundeskartellamt vor knapp zwei Wochen die vom Bundesverteidigungsministerium geplante Auftragsvergabe mit dem Hinweis auf das Vergaberecht untersagt hatte, zeichnet sich jetzt für das Verteidigungsministerium der weitere Weg ab. Die Werft German Naval Yards hatte sich beim Kartellamt beschwert und war damit erfolgreich.

Jetzt steht fest, dass das von Bundesministerin Ursula von der Leyen geführte Haus „sofortige Beschwerde einlegen“ will, teilte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur (dpa) mit.

Das Verteidigungsministerium hatte auf eine Ausschreibung verzichtet, weil es sich bei dem Auftrag um Nachbestellungen handelt. Mit dem ersten Baulos, das aufgrund von verschiedenen technischen Problemen mit mehrjähriger Verspätung schließlich in Dienst gestellt wurde, konnte die Flotte inzwischen umfangreiche Einsatzerfahrungen sammeln. In der Marine haben sich die im 1. Korvettengeschwader in Warnemünde zusammengefassten Einheiten inzwischen bewährt, und zwar auch in Seegebieten, für die dieser Schiffstyp ursprünglich gar nicht vorgesehen war. Die so zusammengetragenen Erfahrungen sowie die verschiedenen, aus der Praxis heraus generierten Detailverbesserungen sollten direkt in das zweite Baulos einfließen, um auf diese Weise zeitraubende Neuentwicklungen zu vermeiden. Denn die Deutsche Marine braucht die fünf Einheiten aufgrund ihrer wachsenden internationalen Verpflichtungen dringender denn je.

Bauen sollten das zweite Los die Lürssen-Gruppe und ThyssenKrupp Marine Systems (TKMS), da sie bereits die erste Fünferserie gefertigt hatten. Aus Militärkreisen ist zu vernehmen, dass sich das Ministerium mit der Anfechtung des Beschlusses Zeit verschaffe. Denn so könne ausgelotet werden, ob sich die drei Werften nicht untereinander auf eine Lösung verständigen könnten, die auch German Naval Yards mit einbezieht. EHA/dpa

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