„Lotsen in Notfall-Konzepte einbinden“

Unter Federführung des Nautischen Vereins zu Kiel haben neun Nautische Vereine (NV) am Montag ein gemeinsames Positionspapier zur „Einbindung der deutschen Lotsen in die Notfall-Konzepte des Havariekommandos“ veröffentlicht. Hintergrund ist die Havarie des chinesischen Massengutfrachters „Glory Amsterdam“ am 29. Oktober 2017 vor Langeoog und der dazu von der Bundesstelle für Seeunfalluntersuchung (BSU) vorgelegte Untersuchungsbericht.

Für die Nautischen Vereine zu Kiel, Bremen und Hamburg sowie die NV Cuxhaven, Lübeck, Niederelbe, Niedersachsen, Nordfriesland und Wilhelmshaven-Jade „ist deutlich erkennbar, dass massive Kommunikationsdefizite zwischen der Besatzung und den beteiligten Behörden den weiteren Verlauf der Ereignisse drastisch beeinflusst haben“. Sie schlagen deshalb vor, die „hohe jederzeit verfügbare Fachkompetenz“ der deutschen Lotsen in die Notfall-Konzepte des Havariekommandos (HK) einzubinden. Revierbezogen könnten durch das HK speziell ausgebildete Gruppen von freiwilligen Lotsen als Fachberater in behördlichem Auftrag zusammengestellt werden, damit deren Kompetenz in kürzester Abrufzeit zur Verfügung steht.

„Auch wenn im vorliegenden Fall die Defizite bei der Kommunikation in englischer Sprache extrem waren, bleiben für internationale Schiffsführungen zusätzlich die Probleme beim Verständnis der nationalen Abläufe und Strukturen des Unfallmanagements“, teilen die Nautischen Vereine mit. Es gehöre zur Kernkompetenz der deutschen Lotsen, mit allen Schiffsführungen unabhängig von deren englischen Sprachkenntnissen gerade in nautischen Extremsituationen eindeutig auf professioneller Ebene zu kommunizieren. Dabei zähle es zu ihren täglichen Aufgaben, die Strukturen des deutschen Verkehrssicherungssystems zu erläutern und die jeweiligen Kompetenzen eindeutig zu übermitteln.Sowohl aufseiten der Schiffsführungen als auch aufseiten der beteiligten Behörden seien Lotsen stets anerkannte Ansprechpartner. bek

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