Lotsen plagen Nachwuchssorgen

Wohin steuert das deutsche Lotswesen? Der Berufszweig sorgt sich um den Nachwuchs, Foto: Arndt
Deutschlands See- und Hafenlotsen befürchten, dass sie in wenigen Jahren qualifizierten Nachwuchs nicht mehr aus dem Kreis der deutschen Handelsschifffahrt gewinnen können.
Diese Sorge bestimmte die Jahreshauptversammlung des Bundesverbandes der See- und Hafenlotsen (BSHL), die jetzt in Hamburg abgehalten wurde. Trotz einer bereits auf nationaler Ebene beschlossenen höchstmöglichen Förderung der Reeder, die ihre Schiffe unter deutscher Flagge einsetzen, könne es keine echte Entlastung beim Nachwuchsmangel an Lotsen geben, wenn gleichzeitig die in der Schiffsbesetzungsordnung vorgeschriebene Zahl der deutschen – beziehungsweise europäischen – Nautiker von derzeit vier auf künftig nur noch zwei Nautiker per Ministererlass abgesenkt werden soll, kritisierte der in seinem Amt auf der Mitgliederversammlung bestätigte BSHL-Vorsitzende Kapitän Uwe Jepsen (Lübeck) in seiner Rede.
Die „prekäre Beschäftigungssituation in der Schifffahrt für deutsche Nautiker“ habe bereits jetzt dazu geführt, „dass sich interessierte Berufseinsteiger von den seemännischen Berufen abwenden“. Jepsen weiter: „Es wird sehr schwierig werden, das verlorene Vertrauen wieder herzustellen. Die Reeder sind nun gefordert, auch Beschäftigung zu liefern, sobald die Förderungsmaßnahmen nach der erwarteten Zustimmung der EU-Kommission in diesem Jahr greifen.“ Intensiv behandelt wurde auf der Versammlung das Thema „Neustrukturierung der deutschen Lotsenausbildung“. Zudem fanden Vorstandswahlen statt.EHA
