Marine mag die grüne „Alex II“

Die Segelschiffausbildung der Deutschen Marine geht zwar weiter, doch – noch – nicht mit dem Schulschiff „Gorch Fock“, sondern mit der Bark „Alexander von Humboldt II“ der Deutschen Stiftung Sail Training (DSST), die in Bremerhaven sitzt.

Ende vergangener Woche traf die „Alex II“ in der Seestadt ein, nachdem sie Anfang Januar 2020 mit Offiziersnachwuchs an Bord der Marine in See stach. Ebenfalls an Bord: eine erfahrene Kernmannschaft der Stammbesatzung der „Gorch Fock“ und eine 20 Seeleute umfassende Crew der „Alex II“.

Seit Januar hätten rund 200 Kadetten an fünf verschiedenen, jeweils zwei Wochen dauernden Ausbildungstörns teilgenommen. Sie fanden im Atlantik statt. Im Verlauf der zurückliegenden Wochen erfolgte dabei ein mehrmaliger Tausch der jeweiligen Seekadetten-Kontingente. Dabei war Las Palmas der vorläufige „Heimathafen“.

Bei der Deutschen Marine zieht man jetzt eine positive Zwischenbilanz mit der „Alex II“ als Zwischenlösung. „Das Resümee ist durchweg positiv“, lässt sich ein Marine-Sprecher zitieren.

Auch deshalb verhandele die Marine derzeit bereits über weitere Ausbildungstörns auf der privat betriebenen „Ale xander von Humboldt II“ (IMO 9618446) für den kommenden Herbst und Winter.

Denn die noch vor wenigen Monaten geäußerte Erwartung in der Flotte, dass die Sanierungsarbeiten an der 1958 gebauten eigenen Bark dieses Jahr erfolgreich abgeschlossen werden könnten, kann nicht erfüllt werden. Das hatte die Lürssen-Werft-Gruppe am 3. März in einer offiziellen Erklärung mitgeteilt. Zum Hintergrund: Das Bremer Unternehmen hatte die „Gorch Fock“ gewissermaßen als „Sanierungsfall“ von der insolventen Elsflether Werft AG übernommen. Dieses Unternehmen hatte sich an dem Sanierungsvorhaben völlig verhoben. In Folge explodierten die Kosten. Lürssen hatte nun erklärt: „Wir haben die Arbeiten an der Bark übernommen, weil wir unserem Kunden in dieser schwierigen Situation gerne helfen wollen. Fakt ist aber auch: Infolge der Insolvenz der bisher verantwortlichen Werft erfolgte über Monate ein nahezu umfassender Baustopp, gleichzeitig mussten wir noch zahlreiche Korrekturen an den schiffbaulichen Arbeiten des vorherigen Auftragnehmers vornehmen.“

Nunmehr plant Lürssen den „Abschluss dieses anspruchsvollen Projektes bis spätestens 31. Mai 2021“.

EHA/CE/dpa

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