Marineschiffbau ist „Schlüsseltechnologie“

Die CDU/CSU- und SPD-geführte Bundesregierung muss sich schnellstmöglich und klar zur Bedeutung des Unter- und Überwasser-Marineschiffbaus in Deutschland bekennen. Das fordert der schleswig-holsteinische Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) als eine Konsequenz aus dem kürzlich an die niederländische Damen-Shipyard-Gruppe erteilten Großauftrag für das neue Mehrzweckkampfschiff MKS 180.

Unternehmen wie die jüngst unterlegene Werft German Naval Yards Kiel (GNYK) bräuchten für den Bau von Marineschiffen „eine klare Perspektive für die Zukunft“, sagte Günther am Dienstag nach einem Spitzentreffen. An ihm wirkten neben dem liberalen Landwirtschaftsminister und scharfen Kritiker der in Berlin verkündeten Entscheidung, Bernd Buchholz, auch die Gewerkschaft IG Metall Küste und Betriebsratsvertreter der Kieler Werften und Schiffszulieferer mit.

Daniel „erwartet“, dass die mit dem Koalitionsvertrag der GroKo vom Februar 2018 gemachten Ankündigungen, den maritimen Spezialschiffbau als Schlüsseltechnologie zur Stärkung der nationalen Verteidigungsindustrie einzustufen, nun rasch umgesetzt werden.

Zurückhaltend äußerte sich Günther zu der Frage, ob sich an der Entscheidung gegen GNYK noch etwas ändern könne. Wie im THB berichtet, will die unterlegene Werft gegen die Entscheidung rechtlich vorgehen. Den Ausgang einer juristischen Auseinandersetzung könne er aber nicht beurteilen, entgegnete Günther. Wörtlich sagte er: „Ich kenne auch die vorliegenden Angebote nicht.“

„Was politisch beeinflusst werden kann, versuchen wir maximal in unserem Sinne zu drehen“, führte Günther weiter aus.

Auch Daniel Friedrich, der neue Bezirksleiter IG Metall Küste, forderte in Richtung der Bundesregierung „Klarheit über die Perspektive, wie der Marineschiffbau in Zukunft aufgestellt sein soll“. Dazu benötige man eine verlässliche Aussage, dass nationale Marine-Schiffbauaufträge künftig auch national vergeben werden. Die Platzierung des MKS-180-Auftrags nach Holland bedeute für Schleswig-Holstein mehr Schatten als Licht, so Friedrich. Der Gewerkschafter weiter: „Ein Schiff zusammenschweißen – das können Sie fast auf jeder Werft auf der Welt.“  EHA/dpa

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