Mehr Maschinenschäden erwartet

Das Inkrafttreten der von der International Maritime Organization zum 1. Januar 2020 beschlossenen Herabsetzung der Schwefelobergrenze für Schiffstreibstoffe wird eine steigende Zahl von Maschinenschäden mit sich bringen. Davon gehen internationale Versicherer vor dem Hintergrund, dass ein Großteil der Schiffe weltweit ab Jahreswechsel schwefelärmere Treibstoffe nutzen muss, aus.

„Die Versicherer befürchten, dass durch die Einführung der neuen Kraftstoffe möglicherweise die Zahl der Versicherungsfälle aufgrund von Maschinenschäden ansteigt, wenn der Wechsel nicht gut organisiert wird“, teilte Justus Heinrich von der AGCS, dem Industrie- und Spezialversicherer des Allianz-Konzerns, mit.

Reeder, die aus Kostengründen keine schwefelarmen Treibstoffe verwenden, haben mit empfindlichen Strafen zu rechnen, warnte der AGCS. Zur Umsetzung bleibe nur noch wenig Zeit, während es gleichzeitig nach wie vor an internationalen Standards fehle, kritisierte der Versicherer. Zudem könnte es im Schiffsverkehr zu Störungen und Verzögerungen kommen, wenn in den Häfen kein vorschriftenkonformer Treibstoff bereitsteht. Und die mangelnde Erfahrung mit dem neuen Angebot könnte Probleme im Umgang mit Filtern bringen.

2018 waren von den nahezu unverändert rund 2700 gemeldeten Schäden die an Maschinen (1079 Fälle) die häufigsten. In den vergangenen fünf Jahren haben sich die Kosten hierfür den Angaben zufolge auf 900 Millionen Euro summiert.

Zugleich wurden in der AGCS-Schadensbilanz noch nie so wenige Totalverluste wie im vergangenen Jahr registriert. Danach hat sich die Zahl der verlorenen Schiffe mit mehr als 100 Tonnen im Vorjahresvergleich auf 46 halbiert, was zunächst als „Ausreißer“ gewertet wird. Allerdings machen zunehmend Brände an Bord den Versicherern Sorgen. Ihre Zahl ist von 164 im Jahr 2017 ist 2018 auf 174 gestiegen. Als mögliche Brandursachen werden unter anderem falsch etikettierte und verpackte gefährliche Güter genannt. lno/ger

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