„MSC Opera“ rammt Flusskreuzer

Schwere Havarie in Venedig: Beim Anlegen in der italienischen Lagunenstadt ist das Kreuzfahrtschiff „MSC Opera“ am Sonntagvormittag plötzlich außer Kontrolle geraten. Im zentralen Kanal von Giudecca am Liegeplatz San Basilio rammte das rund 275 lange Schiff den Flusskreuzer „River Countess“.

Nach Behördenangaben wurden dabei mindestens vier Menschen leicht verletzt. Sie seien alle zur Behandlung in Krankenhäuser gebracht worden, hieß es.

An Bord der „River Countess“ sollen zum Zeitpunkt der Kollision rund 130 Menschen gewesen sein. Einige von ihnen seien aus Angst ins Wasser gesprungen, berichtet die Zeitung „Nuova Venezia“ unter Berufung auf Augenzeugen.

Ursache des Unglücks sei ein Motorschaden bei der mit 65.591 BRZ vermessenen „MSC Opera“ gewesen, sagte Davide Calderan, Präsident der Schlepperfirma Rimorchiatori Uniti Panfido. Der Motor sei blockiert gewesen und habe deshalb beim Anlegen selbstständig beschleunigt, anstatt die Geschwindigkeit zu drosseln. Die Kreuzfahrtgesellschaft MSC Cruises sprach von einem „technischen Problem“.

In Venedig fahren Kreuzfahrtschiffe wie die „MSC Opera“ bisher im Kanal von Giudecca in Sichtweite von Sehenswürdigkeiten wie dem Markusplatz. Kritiker wollen die großen Cruise Liner komplett aus der Lagunenstadt verbannen.

Der Bürgermeister von Venedig, Luigi Brugnaro, berief für Sonntagnachmittag eine außerordentliche Sitzung des Ausschusses für Ordnung und Sicherheit ein. Das Unglück sei „der x-te Beweis“, dass in dem Kanal „keine Kreuzfahrtriesen“ mehr fahren könnten, sagte er.

Auch Italiens Verkehrsminister Danilo Toninelli erklärte, Venedig müsse besser geschützt werden. Geplant ist demnach, dass besonders große Kreuzfahrtschiffe eine weniger spektakuläre Route fahren und im eher industriell geprägten Stadtteil Marghera anlegen. dpa/bek

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