Neues Modell für den Nachwuchs

Unverzichtbar für einen sicheren Schiffsverkehr: die Lotsen, hier im Einsatz in Kiel-Holtenau, Foto: Arndt
Auch Deutschlands Lotsen sorgen sich um die mittel- und langfristige Verfügbarkeit von qualifiziertem Nachwuchs.
Das stellte Kapitän Michael Hartmann, Ältermann der Lotsenbrüderschaft NOK I (Brunsbüttel), jetzt auf einer Vortragsveranstaltung des Nautischen Vereins (NV) Brunsbüttel über die Neuregelung der nationalen Seelotsenausbildung fest. „Konnten die Lotsenbrüderschaften und viele andere Berufszweige der maritimen Wirtschaft in der Vergangenheit auf gut ausgebildete Schiffsoffiziere und Kapitäne zurückgreifen, wird es aufgrund des Strukturwandels in der Schifffahrt immer schwieriger, genügend Nachwuchskräfte zu finden“, sagte Hartmann.
Um dem entgegenzusteuern, entwickelte die Lotsenbrüderschaft NOK I als erste Brüderschaft in Deutschland einen alternativen Zugangsweg, berichtete Hartmann. Bisher war es unumgänglich, nach dem Erhalt des größten nautischen Patents eine lange Fahrzeit nachzuweisen. Doch damit wurden den potenziellen Bewerbern „eine große Geduld und Ausdauer abverlangt“. Viele entschieden sich für andere Wege. Hartmann: „Damit war der Bewerber verloren.“ Alternativ wird jetzt eine abgestufte revier- und lotsenspezifische sowie praxis orientierte Ausbildung der Übernahme als Lotsenaspirant vorgeschaltet. Dieses hab sich gut bewährt und diene als Vorbild für ein neues Modell der Bundeslotsenkammer. EHA
