Piraterie: VDR fordert diplomatischen Weg für mehr Sicherheit
Die massive Zunahme bei Überfällen auf Schiffe und Entführungen von Besatzungsmitgliedern im Golf von Guinea (THB berichtete) bereitet dem Verband Deutscher Reeder (VDR) Sorgen. „Äußerst beunruhigend“, nannte VDR-Präsidiumsmitglied Ralf Nagel die Entwicklungen im Westen Afrikas, die sich vor allem im letzten Quartal 2019 zeigten.
„Der Golf von Guinea wird immer stärker zum Hotspot der Piraterie weltweit. Hier werden immer wieder Schiffe überfallen, Seeleute entführt und über Wochen als Geisel gehalten. Ein unhaltbarer Zustand“, so Nagel. Erst zu Jahresanfang habe es erneut heftige Zwischenfälle mit Toten gegeben, die noch nicht einmal in der jetzt vom Internationalen Schifffahrtsbüro (IMB) veröffentlichten Statistik enthalten sind.
„Die Anrainerstaaten müssen unbedingt mehr tun, um die Piraterie in ihren Gewässern nachhaltig zu bekämpfen. Sie bezeichnen sich als souveräne Staaten, sind aber de facto nicht in der Lage, ausreichend Sicherheit zu schaffen. Es besteht dringender Bedarf an verstärkter Zusammenarbeit und Austausch von Informationen zwischen und mit den Ländern im Golf von Guinea“, fordert Nagel Maßnahmen.
Deutschland müsse sich dafür einsetzen, auf diplomatischem Weg mehr Sicherheit einzufordern. Ähnlich wie vor Somalia müsse man stets ein aktuelles Lagebild haben, um Risiken einschätzen zu können. tja
