„Rüstzeit“ der „Spessart“ bald beendet

Der zum Trossgeschwader der Deutschen Marine gehörende Tanker „Spessart“ (Klasse 704) wird für ein weiteres Einsatzleben in der Flotte technisch weiter auf Vordermann gebracht.

Aktuell liegt das sonst in Kiel stationierte Versorgungsschiff bei der Neuen Jade Werft GmbH in Wilhelmshaven, wo Restarbeiten ausgeführt werden. Der Tanker, dessen Schwesterschiff die baugleiche „Rhön“ (A 1443) ist, sorgte im Sommer 2018 für Aufsehen, als die zuständige Klassifikationsgesellschaft DNV GL dem rund 40 Jahre alten Betriebsstofftanker aufgrund gravierender technischer Mängel, zumal im Antriebsbereich, die Klasse entzog.

In der Vorbereitung auf den aktuellen Werftaufenthalt an der Jade hat der mit einer reinen Zivilbesatzung von gut 40 Mann besetzte Tanker eine entsprechende Klasse-Erneuerung erhalten.

Das Schwesterschiff „Rhön“ befindet sich seit einigen Monaten zur Instandsetzung im Marinearsenal Wilhelmshaven. Schiff und Besatzung durchlebten im Sommer 2019 dunkle Stunden, als ein Beiboot des Tankers im Marinehafen Kiel beim routinemäßigen Ausbringen verunfallte. Dabei wurden vier Besaztungsangehörige verletzt, einer von ihnen schwer.

Die Deutsche Marine plant mit den beiden Hochsee-Betriebsstofftankern, die in den 1970er-Jahren auf der Kröger-Werft in Schacht-Audorf zunächst auf Rechnung der dänischen Reederei Terkildsen & Olsen gebaut und dann 1977 durch den Bund übernommen wurden, bis zur Mitte der laufenden Dekade. Dann sollen sie durch neue Marinetanker ersetzt werden, die künftig der Klasse 707 zugeordnet werden. Die Betriebsstoff-Einheiten sollen nach THB-Informationen deutlich mehr können – und damit auch entsprechend ausgerüstet sein – als „Spessart“ und „Rhön“. Ein technisches Detail ist dabei von besonderer Wichtigkeit: Die Neubauten, für die aktuell der Ausschreibungsprozess vorbereitet wird, erhalten von vornherein eine Doppelhülle. Die beiden Flotten-Oldies sind – das war zum Zeitpunkt des Baus weltweiter technischer Standard – Einhüllentanker. EHA/db

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