„Saint George“: Havarie-Ursache geklärt

Ein Jahr nach der schweren Havarie des Frachters „Saint George“ in der Brunsbütteler Schleuse zum Nord-Ostsee-Kanal hat die Bundesanstalt für Seeunfalluntersuchung (BSU) ihren Abschlussbericht vorgelegt.

Ein Fehler des Kapitäns war danach Ursache des Unglücks. Die BSU geht davon aus, „dass der Kapitän den Maschinentelegraphen versehentlich in die falsche Richtung legte“, heißt es in dem am Montag veröffentlichten Bericht. Es wurde Gas gegeben statt gebremst.

Der Frachter hatte vor einem Jahr mit einer Geschwindigkeit von fünf Knoten das Schleusentor gerammt (THB 23. März 2015). Die Schäden an der Anlage waren so groß, dass das 1200 Tonnen schwere Tor ausgetauscht werden musste. Die Schleusenanlage in Brunsbüttel war dadurch insgesamt 53 Tage lang nur beschränkt einsatzfähig. Für den Schiffsverkehr kam es teilweise zu starken Verkehrsbehinderungen auf dem NOK.

Der Kapitän hatte beim Einlaufen in die Schleusenkammer den Reserve-Maschinentelegraphen benutzt. Das war ein Drehschalter. Im Gegensatz zu einem Drehschalter erfolgt beim Haupt-Maschinentelegraphen die Fahrtrichtung intuitiv, das heißt der Hebel wird für Vor ausfahrt nach vorne und für Rückfahrt nach hinten gelegt. Die „Saint George“ fuhr unter Ballast von Amsterdam nach Lübeck. Einen Hinweis auf technisches Versagen konnten die Sachverständigen nicht feststellen.

Der Untersuchungsbericht enthält Sicherheitsempfehlungen an die Schiffsführung und das Schiffsmanagement der „Saint George“. Sie betreffen die Besetzung der Kommandoelemente, eine „normgerechte“ Darstellung der Maschinenanzeigen und Nachrüstungen für Aufzeichnungen des Schiffsdatenschreibers. lno/fab

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