Sea-Eye meldet medizinischen Notfall
dpa/fab
Die Lage auf dem deutschen Rettungsschiff „Alan Kurdi“ mit Migranten an Bord wird nach Angaben der Hilfsorganisation Sea-Eye immer bedenklicher. Eine Frau musste wegen Kreislaufproblemen und „zunehmenden Bewusstseinsstörungen“ nach Malta gebracht werden, teilte die Regensburger Organisation am Dienstag mit. Zuvor hatte Sea-Eye auch erklärt, dass Wasser und Nahrung knapp und dringend Wechselkleidung benötigt werde. Ein Regierungssprecher in Valletta sagte, dass Vorräte wenn nötig bereitgestellt würden. Das Schiff ist seit einer Woche mit den nun 63 Migranten an Bord auf dem Meer blockiert und liegt derzeit vor Malta.
„Die Leute hier tragen ihre Kleidung teilweise schon seit Wochen am Leib. Das sind unsägliche Umstände an Bord eines europäischen Schiffs“, sagte Einsatzleiter Jan Ribbeck. Die meisten Menschen müssten an Deck schlafen. Dort seien sie weder vor dem Wetter noch vor dem Meerwasser geschützt. „Die Menschen frieren, sie werden immer wieder nass und natürlich hat niemand Wechselkleidung dabei.“
Weder Italien noch Malta wollen das Schiff anlegen lassen. Die Länder bestehen auf einen Verteilmechanismus der Migranten auf andere EU-Länder, auf den sich Europa aber seit Jahren nicht einigen kann. Mehrere Schiffe wurden deshalb teils Wochen auf dem Meer blockiert. Aus dem Bundesinnenministerium in Berlin hieß es am Dienstag lediglich, dass die Europäische Kommission das weitere Vorgehen im Fall der „Alan Kurdi“ koordiniere. Deutschland habe sich bereits vergangene Woche dazu bereit erklärt, Gerettete aufzunehmen, wenn das auch andere Staaten täten. dpa/fab