Senat lobt Einsatz an „NYK Olympus“

Die Notankerung der „NYK Olympus“ war nach Einschätzung der BSU ein „einfacher“ Unfall, Foto: Hasenpusch
Die Notankerung der „NYK Olympus“ am 3. Juli im Hamburger Hafen war nach Einschätzung der Bundesstelle für Seeunfalluntersuchung (BSU) nur ein „einfacher“ Seeunfall und wird vom BSU deshalb nicht untersucht.
Das geht aus der Antwort des Hamburger Senats auf eine Kleine Anfrage des Abgeordneten Norbert Hackbusch (Linke) hervor. Nach Erkenntnissen der Hamburger Wasserschutzpolizei seien „ein plötzlich auftretender Defekt an der Steuerölleitung der Hauptmaschine und eine daraufhin automatisch erfolgte Abschaltung der Hauptmaschine“ die Ursache für das Manöver gewesen. Derartige Maschinenausfälle mit anschließender Notankerung kämen nach Aussage der BSU häufiger vor. Beim Aufstoppmanöver der „NYK Olympus“ am 4. Juli habe es sich jedoch nicht um ein Notmanöver, sondern um ein verkehrsbedingtes Aufstoppen des Schiffs gehandelt.
„Im Hamburger Hafen werden keine risikobehafteten Drehmanöver durchgeführt“, stellt der Senat generell klar. In Notfällen würden stets Einzelfallentscheidungen getroffen. Hafenlotsen, Seeschiffsassistenzschlepper und weitere relevante Stellen wie Festmacher, Wasserschutzpolizei und Feuerwehr stünden im Bedarfsfall „unmittelbar und zu jeder Zeit zur Verfügung“.
Die Maßnahmen bei der „NYK Olympus“ am 4. Juli leitete nach Angaben des Senats die Nautische Zentrale. Außerdem seien Elblotsen, Hafenlotsen, Seeschiffsassistenzschlepper und Festmacher an dem Einsatz beteiligt gewesen. Das Schiff sei mit Schlepperassistenz zu den Finkenwerder Pfählen gebracht und dort sicher festgemacht worden. „Alle für dieses Manöver notwendigen Informationswege sowie deren Ablauf funktionierten sicher und reibungslos“, heißt es in der Antwort auf die Kleine Anfrage. Die Finkenwerder Pfähle seien für „ebensolche Verkehrssituationen“ vorgesehen und stünden unter der Disposition der Nautischen Zentrale unabhängig von der Verfügbarkeit privater Liegeplätze jederzeit zur Verfügung.
Ben Lodemann von der Lotsenbrüderschaft Elbe sagte dem THB zum Vorfall der „NYK Olympus“, dass es sich bei der in der Kleinen Anfrage erwähnten Vorbeifahrt der „Reinbek“ um „eine geplante Passage“ gehandelt habe. Auch der zweite Aufstopper der „NYK Olympus“ sei geplant gewesen. Die Leistung des Kollegen an Bord, das Schiff zu drehen, sei „ein Meisterstück“ gewesen. fab
