Sicherheit ist und bleibt unteilbar

Schon jetzt steht fest, unabhängig von der Klärung der Schuldfrage: Die Bundesstelle für Seeunfalluntersuchung (BSU) wird nach der „Elbe 5“-Havarie die gesamte „kommerzielle“ Traditionsschifffahrt auf den Prüfstand stellen.

 Bereits die Untersuchung der Kollision des ebenfalls aus Hamburg stammenden Museumseisbrechers „Stettin“ auf der Warnow im August 2017 während der Hanse Sail offenbarte eine nicht immer professionell agierende Schiffsführung und – leider – nicht unerhebliche Sicherheitsmängel. Die Branche der Traditionsschifffahrt kam danach noch einmal mit einem blauen Auge davon. Ob das jetzt auch so ablaufen wird, das dürfte spannend werden. Immerhin vertrauen die zahlenden Gäste ihr Leben und ihre Sicherheit den alten Schiffen und den leider oft überalterten Crews an. Hier stellt sich dann zwangsläufig und zu Recht die Frage, ob die Besatzungen (noch) so professionell sind, dass ein Schiff in allen Lagen sicher zu beherrschen ist.

Dass das Alter des Schiffes nicht unbedingt ein Grund für Bedenken in Sachen Sicherheit und Traditionsschifffahrt sein muss, zeigt sich in einer weiteren Parallele zwischen der „Elbe 5“ und der „Stettin“: Denn beide Schiffe hielten der Ramming erstaunlich gut stand. Experten waren sich schnell einig, dass sich der Lotsenschoner nur durch den gerade neu aufgeplankten Rumpf die entscheidenden Minuten über Wasser halten konnte, bis alle Menschen von Bord geborgen werden konnten. Nach dem in Kürze zu erwartenden BSU-Bericht zum Unfallhergang könnte es für die deutsche Traditionsschifffahrt ungemütlich werden. Eins darf nie in Frage gestellt werden: die Sicherheit. „Safety first“! Auch in der Traditionsschifffahrt.

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