US-Regierung erhöht Druck auf Iran

Ein Loch im Rumpf des Tankers „Kokuka Courageos“, Foto: US-Verteidigungsministerium

Die Aufnahme soll zeigen, wie iranische Soldaten eine Haftmine entfernen, Foto: US-Verteidigungsministerium
Die USA haben ihre Anschuldigungen gegen den Iran, für die bislang ungeklärten Zwischenfälle mit zwei Tankern im Golf von Oman verantwortlich zu sein, noch einmal bekräftigt. Das US-Verteidigungsministerium veröffentlichte neue Fotos zu den mutmaßlichen Angriffen am vergangenen Donnerstag, die die Vorwürfe gegen die iranischen Revolutionsgarden belegen sollen.
Das Bildmaterial zeigt unter anderem ein laut Ministeriums angaben 1,1 Meter breites und 1,5 Meter hohes Loch im Rumpf der „Kokuka Courageous“, das eine Haftmine oberhalb der Wasserlinie verursacht haben soll. Weitere Fotos sollen belegen, wie iranische Soldaten an Bord eines Schnellbootes eine nicht detonierte Haftmine entfernen, und andere zeigen den Angaben zufolge Rückstände dieser Mine.
Das US-Verteidigungsministerium begründete seine Vorwürfe mit einem zuvor veröffentlichen Video und den „Ressourcen und Kenntnissen, die nötig sind, um die nicht explodierte Haftmine zu entfernen“. Der Iran weist die Anschuldigungen zurück.
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) plädierte derweil auf eine friedliche Lösung. Im Rahmen einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem neuen ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selensky in Berlin stellte sie aber auch klar: „Wir nehmen diese Ausführungen (von der US-Regierung, d. Red) natürlich sehr ernst und es gibt auch hohe Evidenzen.“ Trotzdem seien Verhandlungen wie mit der Reise von Außenminister Heiko Maas (SPD) der richtige Weg.
Eine Deeskalation am Golf war jedoch nicht in Sicht. US-Präsident Donald Trump beschloss, 1000 weitere Soldaten in den Nahen Osten zu schicken. Sie würden zu „Verteidigungszwecken“ in die Region entsandt, teilte der amtierende US-Verteidigungsminister Patrick Shanahan in Washington mit. Er sagte zugleich: „Die Vereinigten Staaten streben keinen Konflikt mit dem Iran an.“
Bereits Ende Mai hatten die USA ihre Truppen im Nahen Osten um 1500 Soldaten verstärkt. Zuvor hatte das US-Militär unter anderem einen Flugzeugträgerverband und eine Bomberstaffel in die Region verlegt. ger/dpa