VDR: Diplomatie ist gefordert

Ralf Nagel: Handelsschifffahrt hat kein Interesse, dass ihre Schiffe und Seeleute in den Konflikt weiter hineingezogen werden, Foto: VDR
Der Verband Deutscher Reeder (VDR) verfolgt mit wachsender Sorge die Entwicklung im Arabisch-Persischen Golf und drängt auf eine diplomatische Lösung des Konfliktes mit dem Iran.
Der Verband Deutscher Reeder (VDR) verfolgt mit wachsender Sorge die Entwicklung im Arabisch-Persischen Golf und drängt auf eine diplomatische Lösung des Konfliktes mit dem Iran.
Ralf Nagel, geschäftsführendes Präsidiumsmitglied im VDR, plädierte gegenüber dem THB dafür, dass in dieser gefährlichen Situation „dem Primat der Diplomatie der Vorrang zu geben ist. Wir sind mit der Bundesregierung der Auffassung, dass alle diplomatischen Mittel ausgeschöpft werden müssen, um die Sicherheit und Freiheit des Seeverkehrs in der Straße von Hormus zu sichern“, so Nagel weiter. Alles, was am Ende helfe, die Sicherheit der Seeleute zu verbessern, ist nach Überzeugung des VDR „nützlich“.
Nagel, selbst Reserveoffizier der Marine, betonte, dass die Frage, „ob und welche Art militärischer Mission die diplomatischen Anstrengungen am besten unterstützen kann“, durch Experten der Regierungen zu bewerten sei. Nagel weiter: „Die Handelsschifffahrt jedenfalls hat kein Interesse, dass ihre Schiffe und Seeleute in diesen Konflikt weiter hineingezogen werden. “ Die bislang bekannten Grundsatzüberlegungen, eine Art Seeschutzmission zu organisieren, sei „grundsätzlich nachvollziehbar, denn der Vorfall rührt am Nerv der gesamten zivilen Handelsschifffahrt, der völkerrechtlich garantierten freien und sicheren Nutzung der Seewege“. Diese Nutzungsfreiheit sei schließlich völkerrechtlich garantiert, „und zwar auch durch den Iran“. Die in den internationalen Fokus gerückte Straße von Hormus wirke wie ein Flaschenhals. Nagel: „Eine überfüllte Meeresautobahn. Der Manövrierraum für Handels- und Kriegsschiffe in den sehr engen internationalen Gewässern ist sowohl für Handelsschiffe wie auch für Militärschiffe äußerst begrenzt.“ Der VDR schätzt, dass regelmäßig 20 bis 30 Schiffe unter deutschem Management diesen Seeweg befahren. EHA
