Vorteil „Modularitätsprinzip“

Mit der zunehmenden Größe der Schiffe haben sich auch die Anforderungen an die Schlepper verändert.

„Wir haben in den vergangenen Jahren festgestellt, dass insbesondere die Ansprüche an den Pfahlzug gewachsen sind“, so Frank de Lange, Sales Director South, North and West Europe bei Damen Shipyards. „War vor zehn Jahren noch ein Pfahlzug von 50 bis 60 Tonnen state-of-the-art, so werden heute mindestens 70 bis 80 Tonnen als selbstverständlich angesehen.“

Von einem modernen Schlepper erwarten die Kunden aber auch, dass er eine enorme Wendigkeit besitzt, die vor allem in kleineren Häfen von Vorteil ist, und dass er möglichst niedrige Betriebskosten verursacht, insbesondere was den Treibstoffverbrauch betrifft.

Für all diese Anforderungen hat Damen Shipyards nach eigener Aussage eine passende Lösung parat. Das niederländische Schiffbauunternehmen punktet seit Jahren mit seinem Modularitätsprinzip, bei dem die äußere Hülle der Schlepper standardisiert gefertigt und der Innenausbau den Kundenbedürfnissen entsprechend angepasst wird. Nach Aussage von de Lange tendieren die Kunden in den vergangenen Jahren zunehmend dazu, die Standardprodukte der Werft ihren Wünschen entsprechend zu modifizieren, anstatt eigene, komplett spezifische Schlepper in Auftrag zu geben.

Mit seinem Modular-Konzept ist Damen nicht nur regional, sondern weltweit erfolgreich. „Rund 90 bis 100 Schlepper liefern wir pro Jahr ab“, so de Lange. „Während in der Vergangenheit vor allem Europa und der Mittlere Osten unsere größten Märkte waren, werden inzwischen auch zahlreiche Schlepper für Kunden in Südamerika und Afrika sowie in Australien und Neuseeland produziert.“

Nach Hamburg habe man den ersten ASD-2411 vor sieben Jahren abgeliefert. Seitdem sei das dortige Interesse stark gewachsen, so dass inzwischen elf Schlepper der Niederländer in der Hansestadt im Einsatz seien. In Hamburg sind auch die drei größten deutschen Kunden von Damen Ship yards aktiv: Kotug, Petersen & Alpers und die Unterweser Reederei.

Alle Arbeitsschritte, von der Idee bis zur Umsetzung des Schleppers erfolgen bei Damen selbst. Die Werft verfügt dazu über ein eigenes Forschungszentrum, das in Zusammenarbeit mit speziellen Produkt- und Design-Teams kontinuierlich an der Optimierung der Schiffe arbeitet. Gleichzeitig fließen, getreu dem Motto „learning by doing“, auch immer wieder neue Erkenntnisse aus der Zusammenarbeit mit den verschiedenen Kunden in den Produktionsprozess ein. „Diese Arbeitsweise ist aber nur dann betriebswirtschaftlich realisierbar, wenn man mit Standardschiffen in Serie arbeitet“, erklärt de Lange.

Für die Zukunft will man sich bei Damen vor allem darauf konzentrieren, neue Schiffstypen für den Markt zu entwickeln. Aufgrund neuer gesetzlicher Regelungen und Bestimmungen wird man dabei besonders großen Wert auf umweltfreundliche Alternativen legen. „Bereits jetzt entwickeln wir mehrere umweltfreundliche Schleppertypen mit Hybrid-, CNG- und LNG-Antrieb“, sagt de Lange. „Durch den Einsatz von alternativen Brennstoffen wie Gas oder von Hy brid-Motoren mit einem kombinierten Antrieb aus Diesel- und Elektromotor ist es möglich, die Schadstoff emissionen deutlich zu reduzieren.“

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