Chinas Werften weiter gefragt

Werden aus dem Reich der Mitte für den Einsatz in europäischen Gewässern geliefert: neue Zementfrachter , Rendering: Baltrader
Die Volksrepublik China behauptet auch im neuen Jahr ihre Spitzenstellung beim Schiffbau.
Wie die China Classification Society (CCS) dem THB auf Anfrage mitteilte, konnten die Werften des bevölkerungsreichsten Landes der Welt im 1. Quartal dieses Jahres Schiffe mit einem CGT-Volumen von insgesamt 2,58 Millionen CGT als neue Aufträge gewinnen. Sie verteilen sich auf 35 Seeschiffe unterschiedlicher Einsatzbereiche. Damit gelang es den Schiffbauern im Reich der Mitte, einen Marktanteil von rund 45 Prozent zu sichern.
Als bedeutendster Mitbewerber traten im aktuellen Berichtszeitraum erneut die Werften aus Südkorea in Erscheinung.
Für die Klassifikationsgesellschaft CCS verlief die Geschäftsentwicklung seit Jahresbeginn ebenfalls erfolgreich. So konnten in den zurückliegenden Monaten verschiedene durchaus komplexe Bauvorhaben erfolgreich begleitet und abgeschlossen werden, darunter zum Beispiel auch das erste für chinesische Rechnung gebaute Forschungsschiff auf der Grundlage einer Doppelrumpf-Konstruktion. Die „Shen Kuo“ wird künftig für das nationale Institut CSIC unterwegs sein. Das Spezialschiff entstand auf der Werft Zhejiang Tianshi Shipbuilding Company.
Indes erhielt die chinesische Werft Fujian Southeast Shipbuilding jetzt vom Hamburger Unternehmen Baltrader Capital den Auftrag zum Bau von zwei neuen Zementfrachtern.
Die künftig unter dem Namen „CemCoaster“ und „CemClipper“ fahrenden Spezialfrachter sind von vorherein so ausgelegt, dass sie zu einem späteren Zeitpunkt auch auf einen Dual-Fuel-Betrieb (LNG/MGO) umgerüstet werden können. Entwickelt wurden die beiden Carrier in Deutschland vom Gemax Mitglied SDC Ship Design & Consult in Zusammenarbeit mit dem Project Engineering der BRISE-Gruppe. Beide Frachter sind künftig primär für den Einsatz im europäischen Kurzstreckenseeverkehr vorgesehen. Herzstück der Frachter ist die pneumatische Selbstlöschvorrichtung. Betrieben werden kann die Anlage entweder über den Wellengenerator von der Hauptmaschine aus oder über die Hilfsdiesel. Im Vergleich mit konventionellen Minibulkern hat dieses geschlossene System beim Transport von losem Zement, Hüttensandmehl, Hüttensandgriesen und Flugasche entscheidende Vorteile, zum Beispiel ein emissionsfreies und witterungsunabhängiges Be- und Entladen.
Die beiden Frachter werden über die KfW IPEX-Bank, Frankfurt/Main, co-finanziert. Die Finanzierung in Höhe von 15,7 Millionen Euro sei zudem mit einer Deckung der chinesischen Exportkreditversicherung Sinosure versehen, so die Bank. EHA
