Covid: DNV GL stellt Arbeit um

Sie überwachen unter anderem die Richtlinien beim Bau neuer Schiffe oder sie kontrollieren regelmäßig den Erhaltungszustand eines bereits in Betrieb genommenen Schiffes: die Besichtiger der Klassifikationsgesellschaft DNV GL. Doch die Einschränkungen wegen der Coronavirus-Pandemie erschweren zunehmend ihren persönlichen, weltweiten Einsatz. Deshalb stellt die DNV GL einen Großteil ihrer Arbeit jetzt um. Man werde einige Arbeitsprozesse an die aktuellen Entwicklungen anpassen, teilte die Klassifikationsgesellschaft mit. Statt mit Vor-Ort-Einsätzen werde man einen Teil der Dienstleistungen in den kommenden Wochen mithilfe von Online-Tools verstärkt aus der Ferne vornehmen können.

Die DNV GL mit Sitz im norwegischen Bærum gilt als Experte für technische Beratung, Ingenieurdienstleistungen, Zertifizierungen und Risikomanagement. Ob etwa in Europa, Amerika oder Asien – mit 12.000 Mitarbeitern ist die Klassifikationsgesellschaft weltweit an 400 Standorten tätig. Insbesondere die Besichtiger arbeiten mit den Kunden in einem direkten Kontakt. „Wenn möglich“, so die DNV GL, „werden wir die Dienstleistungen weiterhin persönlich erbringen.“ Wo die Covid-19-Maßnahmen dies allerdings verhinderten, werde man die Arbeit nach Möglichkeit aus der Ferne sicherstellen.

Die Klassifikationsgesellschaft greift dabei auf technologische Dienste zurück, die bereits in den vergangenen Jahren verstärkt eingeführt worden sind. Die Fokussierung auf den digitalen Service zahle sich nun aus, hieß es. Im Mittelpunkt steht dabei ein Fernbegutachtungssystem, der sogenannte Remote Survey Service. Mit Hilfe von Dokumentationen, Bildern und Videos, die von den Kunden in das System eingegeben werden, können die Besichtiger viele Überprüfungen aus Operationszentren heraus online vornehmen. Über 15.000 schiffsbautechnische Begutachtungen wurden seit der Systemeinführung bereits durchgeführt.

Wegen der Pandemie hat die Klassifikationsgesellschaft zudem weltweit Krisenteams eingerichtet. Sie beobachten an den Standorten die Corona-bedingten Arbeitseinschränkungen und entscheiden, welche Arbeiten vorgenommen werden können. Über Online-Planungsprogramme auf der DNV-GL-Internetplattform „Veracity“ werden die Kunden über ihre Zertifikate benachrichtigt. Dort können auch Besichtigungen vorgeplant und Änderungen vorgeschlagen werden.

Bei allen Fragen steht den Kunden zudem ein Rund-um-die-Uhr-Service zur Verfügung, bei dem 400 Experten Anfragen per E-Mail annehmen und beantworten. Dieses Angebot ist ebenfalls über die „Veracity“-Plattform erreichbar. jki

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