„Der Offshore-Deckel muss weg“

Wenn am 22. und 23. Mai in Friedrichshafen die maritime Wirtschaft Deutschlands im Rahmen der 11. NMK im Mittelpunkt steht, dann reist auch die Gewerkschaft IG Metall Küste mit klaren Vorstellungen, reichlich Manpower und noch präziseren Forderungen in die Stadt am Bodensee.

Das machte Meinhard Geiken, Bezirksleiter IG Metall Küste, am Freitag in Hamburg bei der Präsentation eines umfangreichen Positionspapiers seiner Gewerkschaft deutlich. Es deckt alle Kernbereiche der maritimen Branche ab. So stellte Geiken zum Beispiel zur Weiterentwicklung der Offshore-Industrie fest: „Der Offshore-Deckel, den die Bundesregierung definiert hat, muss weg.“ Er liegt derzeit bei fünf Gigawatt (GW) bis 2030. Für die Gewerkschaft liegt darin allerdings eine klare Bedrohung der wirtschaftlichen Existenz all jener Unternehmen in Deutschland, für die der Offshore-Sektor das Kerngeschäft darstellt.

Nach Ansicht der IG Metall müssen die Ausbauziele der für die erfolgreich durchzuführende Energiewende und damit auch Klimaschutzpolitik unverzichtbare Offshore-Windenergie „auf mindestens 20 GW bis 2030 und mindestens 30 GW bis 2035“ festgesetzt werden. Geiken wäre sogar „am liebsten“, wenn „hier gar keine Zahl steht“. Der erfahrene Gewerkschaftsführer ist in besonderer Sorge, dass durch den unklaren Kurs der Bundesregierung in Sachen Energiewende der für die Unternehmen so wichtige „Heimatmarkt“ wegbricht. Firmen, die auf der anderen Seite mit ihren Produkten auch auf dem Weltmarkt bislang recht erfolgreich unterwegs waren. Geiken weiter dazu: „Mit der Stop-and-go-Politik der vergangenen Jahre muss endlich Schluss sein.“ Um den Heimatmarkt zu stärken und Arbeitsplätze in der Windindustrie zu sichern, „braucht es endlich einen verlässlichen Ausbaupfad“.

Gespannt ist der IG-Metall-Experte auch darauf, wie klar sich Bundeswirtschaftsminister Dr. Peter Altmaier (CDU) auf der NMK positioniert. „Von ihm erwarten wir in Friedrichshafen eine klare Zusage, dass die maritime Wirtschaft in der nationalen Industriestrategie aufgegriffen wird.“ Der von Altmaier beschriebene „Spielraum des Staates für aktive und aktivierende Gestaltung“ müsse in der maritimen Wirtschaft, die insbesondere im Marineschiffbau von staatlichen Aufträgen und Entscheidungen abhängig ist, genutzt werden. „Auch Überlegungen für einen Erwerb von Unternehmensanteilen durch den Staat dürfen kein Tabu sein“, so Geiken. EHA

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