Deutschlands Reeder als Schlüsselbranche

Mehr als nur ein Stück Tuch: Eine starke deutsche Handelsschifffahrt ist auch im Interesse der Bundesregierung, Foto: Hasenpusch

Alfred Hartmann, Foto: Bob Heinemann

Norbert Brackmann, Foto: Marcus Reichmann
Zwei Männer, eine Nationale Maritime Konferenz: Norbert Brackmann (CDU), maritimer Koordinator der Bundesregierung, und Alfred Hartmann, Vorsitzender des Verbands Deutscher Reeder (VDR), versprechen sich von der heute beginnenden Großveranstaltung am Bodensee einiges.
Für den norddeutschen CDU-Bundestagsabgeordneten bietet die 11. NMK gute Chancen, „dass die maritime Wirtschaft als Hochtechnologiebranche stärker ins Bewusstsein rückt“. Denn sie schaffe zum einen viele hochwertige Arbeitsplätze in Deutschland, und zwar sowohl im Norden als auch im Süden der Republik. Brackmann ist davon überzeugt, dass diese Branche „für unsere Wettbewerbsfähigkeit und die Versorgungssicherheit mit Gütern zentral und hoch innovativ ist“. Außerdem gebe diese Industrie wichtige Impulse für Europa und den internationalen Handel.
So etwas wie eine Herzensangelegenheit ist für den norddeutschen Politiker auch eine starke Handelsschifffahrt, deren Geschicke von erfahrenen deutschen Reedereien gelenkt werden. Er sagt aber auch: „Bei der Flagge haben die Reeder selbst eine große Verantwortung. Wir haben mit einer umfangreichen Reederförderung dafür gesorgt, dass es für die deutsche Flagge keine Wettbewerbsnachteile mehr gibt. Trotzdem ist ihre Zahl weiter rückläufig. Das sehen wir mit Sorge.“ Brackmann weist schon jetzt darauf hin, dass das zuständige Bundesverkehrsministerium die deutsche Schifffahrtsförderung 2020 evaluieren werde, um dann eventuell nachzusteuern. Die Bundesregierung habe bei der Reederförderung das Augenmerk unter anderem auf die Ausbildung von qualifiziertem Personal gerichtet. Brackmann weiter: „Dort ist es uns erfreulicherweise gelungen, die Zahl derjenigen, die in Deutschland ausgebildet werden, auf nahezu konstantem Niveau zu halten.“
Für VDR-Präsident Hartmann soll Friedrichshafen vor allem das zeigen: „Ich höre immer wieder, dass die Politik sagt, die maritime Wirtschaft sei eine Schlüsselindustrie für Deutschland. Aber den Worten müssen auch Taten folgen.“
Er erinnert daran, dass die deutsche Handelsflotte in den zurückliegenden zehn Jahren massiv Substanz verloren hat: Von einstmals 3500 auf jetzt knapp 2300 Frachter. Auch die Anzahl der Reedereien ging zurück: von mehr als 400 auf jetzt gut 330. EHA/sr/dpa
