DNV GL baut fast 100 Jobs ab

Die globale Schifffahrtskrise belastet auch die Klassifizierungsgesellschaft DNV GL ganz erheblich. Das Unternehmen muss knapp 100 Jobs abbauen, bestätigte jetzt ein Unternehmenssprecher in Hamburg auf Nachfra ge.

Nach 25 Stellenstreichungen im vergangenen Jahr sollen 2016 weitere rund 70 Arbeitsplätze wegfallen. Dies soll über ein sozial verträgliches Freiwilligenprogramm geschehen. „Betriebsbedingte Kündigungen gab es am Standort Deutschland bislang nicht“, so der Sprecher – er schloss sie aber künftig auch nicht aus.

Nach der Fusion des norwegischen Konzerns Det Norske Veritas (DNV) mit dem Germanischen Lloyd (GL) im Jahr 2013 wurde das Unternehmen neu geordnet. Die Gesamtfirmenleitung befindet sich in Norwegen. Die maritime Sparte wurde an der Elbe konzentriert. Zwar hatten die für den Zusammenschluss verantwortlichen Manager bisher immer betont, dass die Zahl der Mitarbeiter in Hamburg nicht reduziert werden solle. Selbst der neue Konzernchef Remi Eriksen hatte noch bei seinem Antrittsbesuch in Hamburg im Juni des vergangenen Jahres versprochen, dass es keinen nennenswerten Arbeitsplatzabbau in Hamburg geben werde.

Doch nach sieben Jahren Schifffahrtskrise läuft das Geschäft in der mariti men Sparte offensichtlich zu schlecht. Die Kapital decke ist so zusammengeschmolzen, dass viele Reedereien an den Schiffen nur noch die zwingend notwendigen Prüfarbeiten und Umbauten vornehmen lassen. Hinzu kommt nach Informationen des „Hamburger Abendblatts“ auch ein hausgemachtes Problem: Offenbar sind nicht alle Kunden mit dem Ergebnis der Fusion von DNV und GL zufrieden, so dass sich einzelne alte GL-Kunden nach anderen Partnern zur Klassifikation ihrer Schiffe umgesehen haben. Im Ergebnis gibt es personelle Überhänge, die jetzt reduziert werden. Das trifft etwa acht Prozent der Mitarbeiter in der maritimen Sparte. Insgesamt hat das Unternehmen in Deutschland 1900 Beschäftigte. Auch andernorts wurden Stellen gestrichen: Global liegt die Beschäftigtenzahl des DNV GL bei knapp 15.000, das sind rund 700 Mitarbeiter weniger als vor einem Jahr. FBi/mk

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