ECSA und ETF fordern Sonderregeln

Um die sozialen, operationellen und wirtschaftlichen Auswirkungen der Coronavirus-Krise für Reeder und Seeleute so gut wie möglich abzupuffern, fordern die European Community Shipowners’ Associations (ECSA) und die European Transport Workers’ Federation (ETF) finanzielle und organisatorische Unterstützung der EU. Das geht aus einem offenen Brief an die Verkehrsminister der Europäischen Union hervor.

Die Beschränkung der Reisefreiheit und die Schließung von Hafenanlagen seien zwar verständlich, um die Verbreitung des Virus zu bremsen, machten es aber schwierig, zum Beispiel Schiffsbesatzungen auszuwechseln, schreiben ECSA und ETF. Seeleute dürften zum Teil nach Ende ihrer Schichten nicht von Bord gehen oder hätten Schwierigkeiten, die Häfen zu verlassen und Flüge in ihre Heimatländer zu bekommen. Sie müssten von nationalen Reiseeinschränkungen ausgenommen werden.

Die EU-Staaten müssten sich zudem darüber austauschen, wie Entlassungen von Seeleuten vorgebeugt werden könne, etwa durch staatliche Lohnzuschüsse. Da die verfügbare Menge an Ladung weiter zurückgehen werde, müssten Banken und Zentralbanken des Weiteren dafür sorgen, dass Reeder nicht in Liquiditätsschwierigkeiten kommen.

In dem Brief werden die EU-Verkehrsminister auch dazu aufgerufen, die grenzüberschreitenden Lieferketten zu schützen. Flaggenstaaten und Klassifikationsgesellschaften sollten die Gültigkeit von Inspektionsbescheinigungen für Schiffe um mindestens drei Monate verlängern. Wegen der Corona-Krise gebe es derzeit nicht genügend Trockendock-Kapazitäten, um die vorgeschriebenen Inspektionsintervalle einzuhalten.  fh/bek

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