Ergänzungsunterlagen zur Elbvertiefung liegen vor

Bei Hamburgs Wirtschaftssenator wächst die Zuversicht, dass es beim Thema Elbvertiefung in diesem Jahr doch noch einen entscheidenden Schritt vorangeht.

Vor rund 560 Teilnehmern des „Schifffahrts-Essens“ des Nautischen Vereins zu Hamburg (NV Hamburg) am Dienstagabend in der Hansestadt – eine Rekordbeteiligung – kündigte Frank Horch an, dass nunmehr die Unterlagen für die 3. Planfeststellungsergänzung zur Elb-Fahrrinnenanpassung fertiggestellt seien und in Kürze ausgelegt werden. Horch (parteilos) war kurzfris tig anstelle des eigentlich als Festredner vorgesehenen Hamburger Bürgermeis ters Olaf Scholz (SPD) eingesprungen. Denn für den NV Hamburg ging es dieses Mal um ein ganz besonderes Ereignis: das 150. Vereinsjubiläum. Da Scholz für die Sozialdemokraten zum Kernteam im Zusammenhang mit der Bildung einer neuen Großen Koalition auf Bundesebene zwischen SPD und den Unions-Parteien gehörte, war er in Berlin gebunden.

Wirtschaftssenator Horch betonte, dass die Zusammenstellung der ergänzenden Planungsunterlagen „in gerade mal einem Jahr“ für alle Beteiligten ein großer Kraftakt gewesen sei. Ob und in welcher Weise die Umweltverbände dagegen klagen würden, lasse sich allerdings derzeit noch nicht absehen. Für den Fall, dass jedoch Baurecht vorliege, würden unmittelbar darauf die Baggerarbeiten in Angriff genommen. Michael Kruse, hafenpolitischer Sprecher der Hamburger Bürgerschaftsfraktion, stellte gegenüber dem THB fest, es sei „gut, dass die Planungen ein Jahr nach dem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts nun endlich abgeschlossen sind“. Und weiter: „Die Unterlagen müssen nun zügig ausgelegt werden. Die Bürgerschaft trägt die geplante Elbvertiefung mit breiter Mehrheit. Auch die Umweltverbände sollten nun ihre Blockadehaltung aufgeben, damit einem zügigen Beginn der Maßnahmen nichts mehr im Wege steht.“

Wirtschaftssenator Horch betonte allerdings auch, dass neben dem Schlüsselthema Elbvertiefung auf Deutschlands größten Universalhafen weitere große Herausforderungen warten. Ein wichtiges Stichwort sei dabei die Digitalisierung. Hamburg habe jetzt wichtige Weichen gestellt. So liefen beispielsweise die Vorbereitungen zur flächendeckenden Einführung des 5G-Standards auf vollen Touren. Horch: „Die Veränderungen durch die Digitalisierung betreffen alle Bereiche.“

Ein anderes, zentrales Thema sei die Beherrschung der Schiffsemissionsproblematik. Hamburg setzte dabei auf verschiedene technische Lösungen, die bislang vor allem der wachsenden Kreuzschifffahrt zugutekamen. Künftig sollen auch andere, für den Universalhafen relevante Schiffstypen mit einbezogen werden, allen voran Containerschiffe.

Auch die Forschung und Entwicklung werde vorangebracht, und zwar zuguns ten unterschiedlicher Branchen. Mit besonderen Erwartungen begleite der Senat beispielsweise das Wirken des in Hamburg neu entstehenden Deutschen Maritimen Zentrums (DMZ). Den NV Hamburg würdigte Horch als einen zentralen Ansprechpartner auch und gerade der von ihm geführten Behörde, wenn es um die unterschiedlichen Aspekte der maritimen Wirtschaft gehe, zum Beispiel auch bei der Aus- und Weiterbildung von Fachpersonal im Bord- wie auch im Landbetrieb. Kapitän Christian Suhr, Vorsitzender des NV Hamburg, wies darauf hin, dass die unter dem Dach des Deutschen Nautischen Vereins (DNV) zusammengeschlossenen, regional ausgerichteten Vereine mit großem Engagement zu den unterschiedlichen Fragestellungen der maritimen Wirtschaft aktiv Stellung bezögen. Zu den Kernthemen zählte er dabei die Ausbildung. Hier dürfe man in den Bemühungen nicht nachlassen. Der NV Hamburg werde sich im Rahmen des DNV sehr intensiv etwa zu der Frage einbringen, wie in Zukunft nautisches und technisch versiertes Spitzenpersonal in ausreichender Qualität und auch Quantität verfügbar sei. Hier könnte etwa ein „Runder Tisch“ dabei helfe, „um effektive Lösungen herauszuarbeiten“. Auch in diesem Jahr überreichte der NV Hamburg wieder einen Förderpreis für die Jahrgangsbesten im Berufsbild „Schifffahrtskaufmann“. Mit Mara Nowak (Oldendorff Carriers) und Julia Pohlmann (Ahrenkiel Steamship) hätten auch diesmal wieder „zwei Frauen die Nase vorn“.

Die sehr facettenreiche, in Teilen auch Heiterkeit auslösende Kapitänsrede des Traditionsessens hielt Vizeadmiral Rainer Brinkmann, Stellvertreter des Inspekteurs der Marine und Befehlshaber der Flotte und Unterstützungskräfte, aus Rostock. Admiral Brinkmann stellte in seiner rund halbstündigen Rede die besonderen Beziehungen zwischen der „grauen Flotte“, also der Marine, und der Handelsschifffahrt im historischen Kontext heraus. Die Deutsche Marine leiste mit einer großen Kraftanstrengung gemeinsam mit ihren Partnern einen entscheidenden Beitrag zur Sicherheit auf See und der Gewährleistung der Freiheit der Meere. EHA

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